Bad Bellingen Marketingabteilung für alle?

Die Bade- und Kurverwaltung Bad Bellingen betreut die Internetseite www.südschwarzwald.de der interkommunalen Tourismus-Kooperation Südschwarzwald. Foto: Alexander Anlicker Foto: Weiler Zeitung

Parallel zur sich schon länger abzeichnenden Auflösung der Werbegemeinschaft Markgräflerland ist eine interkommunale Kooperation unter der Federführung der Bade- und Kurverwaltung Bad Bellingen entstanden. Zwölf Gemeinden haben zwischenzeitlich ihren Beitritt zur Kooperation erklärt. Am Montag musste nun der Bad Bellinger Gemeinderat erklären, ob sich auch die Bädergemeinde an der Kooperation beteiligt.

Von Alexander Anlicker

Bad Bellingen. Das Thema wurde heftig diskutiert. Am Ende stimmten zwölf Ratsmitglieder für die Teilnahme an der Kooperation, drei dagegen und ein Ratsmitglied enthielt sich. Skepsis gab es vor allem wegen Kosten und der Namensgebung Südschwarzwald.

Miriam Saladin aus der Marketingabteilung der Bade- und Kurverwaltung (BuK) stellte die Kooperation „Südschwarzwald“ den Gemeinderäten vor.

Der Schwarzwald als Türöffner

Was die Namensgebung „Südschwarzwald“ angeht, verwies sie gleich zu Beginn auf ein altes Werbeplakat aus den 1970er Jahren, auf dem für „Rheuma-Kuren im südlichen Schwarzwald“ geworben wurde. Der Name Markgräflerland sei zwar bei Weinliebhabern ein Begriff, im touristischen Bereich könnten jedoch die wenigsten Menschen etwas mit der Bezeichnung anfangen, erläuterte Saladin. Bei Südschwarzwald sei allen klar, dass es sich um das Gebiet südlich von Freiburg handele, ergänzte sie. Der Schwarzwald sei sozusagen der Türöffner. Darunter werden das Markgräflerland, der Dinkelberg und eventuell später auch das Wiesental beworben.

Die Kooperation basiert auf einem Basispaket, das alle teilnehmenden Gemeinden buchen. Dieses umfasst einen Fixkostenanteil mit dem Internetauftritt www.südschwarzwald.de und dem Auftritt bei der Messe CMT. Je mehr Gemeinden mitmachen, desto günstiger wird es. Hinzu kommt ein Social-Media-Paket, das nach einem Einwohner- beziehungsweise Betten-Schlüssel abgerechnet wird.

Auf die Gemeinde Bad Bellingen entfallen in diesem Jahr rund 2635 Euro, der Beitrag bei der aufgelösten Werbegemeinschaft Markgräflerland betrug zuletzt knapp 5876 Euro.

Ende März fand ein erstes Arbeitstreffen der Touristiker aus den zwölf beteiligten Gemeinden statt, bei dem ein Fahrplan für dieses Jahr entstand und die Arbeitsgruppen Markgräflerland, Hochrhein/Dinkelberg, Radfahren und Wandern. Hinzu kommt eine Arbeitsgruppe Thermen mit Bad Bellingen und Badenweiler sowie Golf mit Bad Bellingen und Kandern.

Die fünf Arbeitsgruppen werden von je einem Mitarbeiter aus dem BuK-Marketing betreut. Dort arbeiten aktuell zwei Vollzeitkräfte und drei Beschäftigte mit 80-Prozent-Stellen.

Als Vorteile der Kooperation nannte Saladin neben Synergieeffekten auch die Tatsache, dass die Urlauber mobiler sind und nicht nur an einem Ort verweilen.

Große Skepsis im Gemeinderat Bad Bellingen

Gemeinderätin Dorothea Dosenbach bezeichnete das Konzept als schlüssig. Dennoch vertrat sie die Meinung, dass der zweite Schritt vor dem ersten gemacht wurde. Sie vermisste unter anderem Aussagen zum Gesamtbudget und der Entwicklung der Folgejahre. „Was machen wir anders, das wir um die Hälfte günstiger sein können, als die Werbegemeinschaft“, wollte André Kammüller wissen.

Darüber hinaus fürchteten einige Ratsmitglieder, dass die BuK die Marketingabteilung für das ganze Markgräflerland wird und die Gemeinde das bezahlt.

„Wir machen das für ein Jahr, dann schauen wir weiter“, erklärte Saladin. Auf Dauer werde man mit dem Basispaket alleine nicht auskommen, ergänzte sie, und machte deutlich, dass es nicht beim jetzigen Beitrag bleiben werde.

Bürgermeister Carsten Vogelpohl erinnerte daran, dass es um zwei räumliche Bereiche gehe. Zum einen um die bisherigen Mitgliedsgemeinden der Werbegemeinschaft und zum anderen auch um den Landkreis Lörrach, der sich touristisch stärker aufstellen will. Dem Landkreis sei daher die Kooperation auch eine Anschubfinanzierung von 10 000 Euro wert gewesen.

Ihm wäre lieber, BuK und die Kooperation Südschwarzwald wären rechtlich getrennt, das wäre transparenter, meinte Emil Schilling.

Das zarte Pflänzchen muss gepäppelt werden

„Als zartes Pflänzchen, das gepäppelt werden muss“, bezeichnete Sylvia Heiz die Kooperation und auch Monika Morath brach eine Lanze für das Projekt. „Es ist für 2021 gerechnet und wir kommen Ende des Jahres wieder zusammen. Zudem ist schon viel und gute Arbeit geleistet worden“, unterstrich Morath.

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