Bad Bellingen Projekte kommen zu „gutem Ende“

Links der Rheinsteg, rechts die neuen Fitnessgeräte und in der Bildmitte (von links) Landrätin Marion Dammann, Bürgermeister Carsten Vogelpohl und die Geschäftsführerin der IBA Basel, Monica Linder-Guarnaccia, die offiziell die Abschlusspräsentation der IBA Basel für den Kurort übernahmenFoto: Jutta Schütz Foto: Weiler Zeitung

Eigentlich hätte es zum Abschluss der IBA Basel 2020 auch in Bad Bellingen ein großes Fest für die Bürger geben sollen – denn der Rheinsteg ist fertig, ein Fitnessparcours und Sitzelemente sind am Rheinufer aufgebaut, eine künftige Baumallee verbindet den Kurpark mit dem aufgewerteten Rheinufer. Coronabedingt erfolgte die offizielle Übergabe des IBA-Rheinstegs an die Öffentlichkeit aber nun nur im kleinen Rahmen.

Von Jutta Schütz

Bad Bellingen. Anwesend waren Landrätin Marion Dammann, die Geschäftsführerin der IBA Basel, Monica Linder-Guarnaccia, und Bürgermeister Carsten Vogelpohl. Geplant war die Schlusspräsentation bereits für den Sommer 2020. Dann kam Corona. „Noch im Herbst 2020 gingen wir davon aus, die Schlussveranstaltungen und die Expo mit vielen tausend Gästen 2021 durchführen zu können – das Ende der Ausstellung nun noch einmal zu verschieben, das hätte keinen Sinn gemacht“, meinte Linder-Guarnaccia. Für sie und Dam­mann müssen Projekte auch „mal ein gutes Ende finden“.

Die Expo zur IBA mit dem offiziellen Titel „IBA Basel Expo, Grenzen überschreiten, Au-dela des limites“ auf dem Vitra Campus in Weil am Rhein wird immerhin hoffentlich bald mit Terminbuchung möglich sein. Informieren könne man sich dazu aktuell auf der Webseite der IBA unter www.iba-basel.net, so Linder-Guarnaccia.

IBA-Projekte bei LGS besonders bewerben?

Die IBA-Geschäftsführerin, Dammann und auch Vogelpohl räumen den IBA-Projekten aber im Zuge der kommenden Landesgartenschau in Neuenburg im Jahr 2022 Chancen auf große Aufmerksamkeit ein. „Vielleicht können wir die Projekte dort noch besonders bewerben“, hieß es. Denn in direkter Nähe zu Neuenburg gibt es dann auf einer Strecke von 60 Kilometern zwischen Bad Bellingen und Bad Säckingen beidseits des Rheins rund 20 Projekte zu sehen, die für die IBA zwischen 2010 und 2020 grenzüberschreitend entwickelt wurden. 21 Gebietskörperschaften beteiligten sich an den Konzepten zur Ausstellung, „die Region des Dreiländerecks ist dabei näher zusammengerückt“, war das Fazit von Dammann und Linder-Guarnaccia.

Dass der neue Aussichtssteg am Rhein Klein und Groß begeistert, war am Samstag beim Übergabetermin zu bemerken. Dammann und Linder-Guarnaccia beobachteten, wie viele sonnenhungrige Besucher auf den Holzterrassen auf dem Steg Platz nahmen und die Aussicht auf den Rhein genossen.

Große Begeisterung löst nun auch der vom Bauhof fertig gestellte Fitness-Parcours aus. „Wir haben, was eigentlich nicht geplant war, den Großteil der Flächen zwischen den Geräten gepflastert, so dass auch ältere Leute mit Rollatoren die Fitnessgeräte sozusagen anfahren können“, erklärte Vogelpohl. Fahrradständer und eine Sitzgruppe wurden ebenfalls in Nähe des Stegs aufgestellt. „Wellenbänke“, sprich hölzerne Ruheliegen und Sitzbänke, ziehen sich am Rheinufer entlang und werten dieses auf.

Im Kreuzungsbereich des Rheinuferwegs und des Wegs zum Kurpark zum Rheinsteg steht nun eine neue Stele, auf der eine zweisprachige Informationstafel wichtige Anlaufstellen im Kernort anzeigt. „Die Unterführungen selbst würden wir gerne von einer lokalen Künstlerin gestalten lassen, mal sehen, ob das klappt“, erläuterte der Bürgermeister.

Hälfte der Kosten als Zuschuss vom Land

823 000 Euro hat das Bellinger IBA-Rheinprojekt gekostet, die Hälfte der Summe kam als Zuschuss vom Land. Eine Restsumme soll nun verwendet werden, um den Parkplatz beim VfR-Sportplatz, der oft Ausgangspunkt für Wanderungen am Rheinufer ist, zu verbessern. Aufwendig für die Realisierung der Projektelemente, so Vogelpohl, waren die Gespräche zwischen Regierungspräsidium, Naturschutzbehörden und dem Schifffahrtsamt. Der Bad Bellinger Gemeinderat hat übrigens die Planungen und auch Umplanungen der IBA-Entwürfe mitgetragen.

Dammann bemerkte, dass alle Veränderungen, die mit dem Bau des Rheinaussichtsstegs verbunden sind, den Kurort, der sich lange vom Rhein wegbewegt habe, nun wieder näher an den Fluss gerückt hätten. Und damit etwas Nachhaltiges geschaffen wurde. Dammanns Dank ging dabei für die finanzielle Unterstützung an das Land Baden-Württemberg. Linder-Guarnaccia bestätigte zudem genauso wie Dammann, dass der Naturschutz entlang des Rheins im Rahmen der IBA eine besondere Bedeutung hat und „wir nicht invasiv vorgegangen sind, sondern Ökologie, Ökonomie und Tourismus verträglich verbinden wollten“.

Deshalb sei es gut zu wissen, „dass einige ehrgeizige Projekte mit Blick auf den damit verbundenen Eingriff in die Natur dann auch nicht realisiert wurden“, sagte die Geschäftsführerin, die abschließend an Bürgermeister Vogelpohl eine das „Dreiland“ symbolisierende Porzellanskulptur überreichte, auf der alle IBA-Projekte grafisch dargestellt sind.

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