Bad Bellingen Rat beschließt Quartierskonzept

Das Thermalbad wird als Wärmeabnehmer oder -lieferant sicher eine wichtige Rolle beim Quartierskonzept spielen. Foto: Alexander Anlicker Foto: Weiler Zeitung

Die Erstellung eines Quartierskonzepts für die Energieversorgung von Gebäuden im Ortskern sowie im Kurgebiet hat der Bad Bellinger Gemeinderat mehrheitlich beschlossen. Das Thema hänge auch mit demvorhergehenden Tagesordnungspunkt, dem Baugebiet „Rheinstraße Nord“ (wir berichteten), zusammen, sagte Bürgermeister Carsten Vogelpohl.

Von Alexander Anlicker

Bad Bellingen. Es gehe laut Vogelpohl um die Frage: „Wie können wir eine klimaneutrale Energieversorgung für das Neubaugebiet hinbekommen?“

Bereits im vergangenen September hat der Gemeinderat beschlossen, dass sich Bad Belingen am Projekt „Interkommunale Wärmeplanung“ des Landkreises beteiligt. Dieses wird vom Fachbüro „endura kommunal“ durchgeführt, zeige laut Beschlussvorlage jedoch lediglich im großräumigen Zusammenhang Potenziale und Maßnahmen auf. Das Büro „endura kommunal“ soll nun laut Vorschlag der Verwaltung das Quartierskonzept erstellen. Laut Verwaltung gebe es ein erhebliches Potenzial für eine zukunftsfähige Wärmeversorgung, so sind die meisten Häuser älter als 30 Jahre und haben keinen oder nur geringen Wärmeschutz. Das Thermalbad sei großer Wärmeabnehmer, könne aber auch als Wärmelieferant dienen. Zusätzlich verweist die Beschlussvorlage auf den in naher Zukunft anstehenden Umbau des Rathauses und damit der Ortsmitte.

Projektleiter Michael Birk von „endura kommunal“ stellte dem Gemeinderat den Konzeptansatz und die Struktur des Konzepts vor. Nach einer Auftaktveranstaltung soll die Konzepterstellung den Bürgern in einer Informationsveranstaltung vorgestellt werden. Daran schließt sich eine Datenerhebung an, wo beispielsweise der Wärmebedarf der Gebäude ermittelt wird. Anschließend erstellt das Büro eine Potenzialanalyse und darauf aufbauend einen Maßnahmenplan, der wiederum den Bürgern in einer Info-Veranstaltung vorgestellt werden soll.

Energiebedarf ermitteln

In der Bestandsaufnahme werden unter anderem der Wärme-, Strom- und Sanierungsbedarf sowie der Kohlendioxid-Ausstoß im Quartier ermittelt. Daraus ergeben sich die Fragen: Wo besteht Handlungsbedarf? Was kann getan werden? Zu den Maßnahmen könnte unter anderem ein Nahwärmenetz gehören, erläuterte Birk, und stellte verschiedene Projekte aus anderen Gemeinden vor.

Gemeinderat Niclas Heitz bezeichnete die Idee des Quartierskonzepts als nicht stimmig. Man müsse doch den Leuten erst Möglichkeiten anbieten. Projektleiter Birk hielt dem entgegen, dass man zunächst die Bereitschaft abfragen müsse. Erst dann sehe man, in welchen Straßen sich eine Wärmeleitung rechne. Andreas Hubrich regte an, auch die größeren Betriebe am Ort mit einzubinden. Gemeinderätin Silvia Heitz schlug vor, auch die Kläranlage als Energielieferant mit einzubeziehen, auch wenn sie etwas abseits liege.

Bei zwei Gegenstimmen von Niclas Heitz und Andreas Großhans sowie einer Enthaltung von André Kammüller vergab der Gemeinderat den Auftrag an die Firma „endura kommunal“ zum Bruttopreis von 56 548 Euro. Da das Projekt vom Bund zu 75 Prozent gefördert wird, entfallen 14 138 Euro auf die Gemeinde.

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