Bad Bellingen Vereine wurden zu spät gefragt

Gerhard Hugenschmidt kritisiert das Vorgehen bei der Hallen-Sanierung Foto: ilz Foto: Weiler Zeitung

Bad Bellingen (jut). „Das wir Vereinsvertreter und Ehrenamtlichen uns diesen Termin in der Bamlacher Gemeindehalle, jetzt wo dort die Sanierung schon läuft, erkämpfen müssen, das ist die größte Frechheit“, sagt Gerhard Hugenschmidt als Mitglied des Radsportvereins Bamlach und als Vertreter der Vereine. Gemeint ist ein gemeinschaftlicher Termin mit Bürgermeister Carsten Vogelpohl, Mitgliedern der Verwaltung und Gemeinderäten, Bauamtsleiter Bernhard Riemer sowie Planern in der Halle am Freitag.

Begehungstermine zu spät angesetzt

Nicht nur die Vertreter von Vereinen, sondern auch die Organisatoren ehrenamtlicher Projekte fühlen sich in Sachen Mitsprache bei der Sanierung der Halle ausgebootet und nicht gehört. Dies wurde im Gemeinderat deutlich, wo sich Hugenschmidt beim Tagesordnungspunkt „Sanierung Halle Bamlach“ für anwesende Vereinsvertreter zu Wort meldete. Viel zu spät komme nun der Begehungstermin zustande, den man schon bei der Vorlage der Pläne an die Gemeinderäte hätte machen sollen. „Ein halbes Jahr stand die Halle leer, die Pläne für die Umbauten sind seit mindestens vier Wochen bekannt – da wäre es doch möglich gewesen, unsere Vorschläge, auch für Einsparungen, zu hören“, so Hugenschmidt vor dem Hintergrund, dass Hallen-Umbau und Sanierung zwischen 3,6 und vier Millionen Euro kosten könnten.

Dass Planer Hajo Frings im Rat behauptet habe, in der Halle fänden nicht viele größere Veranstaltungen statt, habe ihn sprachlos gemacht, so der Bamlacher. Die Gemeindehalle nämlich ist seit Jahren Probe- und Aufführungsort für die Theatergruppe, es finden Fasnachtsveranstaltungen, die überregional bekannte große Krippenausstellung oder auch Vorträge des Förderkreises Bäder- und Heimatmuseums statt. „Das ist eine Gemeindehalle für alle Bürger, die nur dem Kindergarten dienen soll“, findet Hugenschmidt.

Zudem: Noch im Januar habe Bürgermeister Carsten Vogelpohl bei der Versammlung des Radsportvereins versprochen, dass die Wohnung im Obergeschoss der Halle, die nun für eine Erweiterung des Kindergartens vorgesehen ist, künftig von Vereinen genutzt werden könne. „Dass die Kinderzahl nach oben geht, war da nicht klar, und wir Vereine hätten durchaus Verständnis für die geänderte Lage gehabt. Aber wir haben von den neuen Plänen bisher nur aus der Zeitung erfahren“, ist Hugenschmidt sauer.

Der Umgang mit den eigens gebauten Kulissen und Requisiten der Theaterspieler sorgte dann für besonders großen Ärger. Das Abbruchunternehmen zersägte die Metallstangen für die Kulissendekoration, verwertete diese und zerlegte dann auch noch die Bühnentreppe. Dass die Requisiten dringend aus der Halle geholt werden müssten, darauf machte Hugenschmidt der Bauhof aufmerksam. „Die wären sonst weggeworfen worden.“

Bürgermeister Carsten Vogelpohl konnte nicht erreicht werden, stattdessen bestätigte Bauamsleiter Bernhard Riemer, dass die Stahlkonstruktion den Abbrucharbeiten zum Opfer fiel. „Das ist sicher nicht optimal gelaufen und wir werden für Ersatz sorgen. Das kommt am Freitag zur Sprache wie auch anderes“, verspricht er.

Spontan kritisiert Hugenschmidt noch die Architektenpläne: „Statt Fernwärme über eine Pelletheizung ist eine Infrarotdeckenheizung geplant, das heißt, man kann die komplette Deckendekorationen nicht mehr nutzen. Auch ist der neue Zugang zur Bühne zu eng, die Technikanlage ist nicht mehr für Veranstaltungen zu gebrauchen und die Lagerstätten sind nicht mehr abschließbar“, zählt Hugenschmidt auf. „Wenn man Vereinsarbeit und Ehrenamt kaputt machen, will, dann fängt man so an, wie es in Bamlach gerade läuft“, schließt er bitter.

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