Badenweiler Über Dichtung und Wahrheit

Badenweiler (ov/hau). Rüdiger Safranski und der Verein Bürgerforum Badenweiler als Veranstalter haben die diesjährigen Badenweiler Literaturtage unter das Thema gestellt: Dichtung und Wahrheit – Autobiografisches in der Literatur. Die Gastgeber haben auch diesmal wieder bekannte Autorinnen und Autoren für das kleine, aber feine Literatur-Festival im Markgräflerland gewinnen können.

„Die Wahrheit der Literatur geht über das Autobiografische hinaus. Aber sie kann auch nicht darauf verzichten. Die Erfahrungen des eigenen Lebens sind immer im Spiel. Wie es dabei zugeht, ist das Thema der Badenweiler Literaturtage 2019“, schreibt Rüdiger Safranski.

Den Anfang macht in Badenweiler zur Eröffnung am Donnerstagabend, 10. Oktober, der in Dresden geborene Autor Uwe Tellkamp. Er erzählt im Roman „Der Turm“ aus dem Jahr 2008 von einer bildungsbürgerlichen Enklave in der DDR, die ihn geprägt hat und von der wir im Westen nichts wussten. Er handelt von den letzten sieben Jahren der DDR bis zur Wende aus der Sicht des Bildungsbürgertums in einem Villenviertel Dresdens. Uwe Tellkamp erhielt unter anderem den Ingeborg-Bachmann-Preis 2004 und den Deutschen Nationalpreis 2009.

Am Freitagmittag, 11. Oktober, zeigt der Videokünstler Christoph Brech seinen Film Alpensinfonie, der einen ganz neuen Blick auf die Komposition von Richard Strauss wirft.

Mariana Leky hat mit dem Buch „Was man von hier aus sehen kann“ ein großes Publikum gewonnen, das zum „Lieblingsbuch der unabhängigen Buchhandlungen“ gewählt wurde. 2004 erschien ihr Roman „Erste Hilfe“, dann veröffentlichte sie eine Reihe von Erzählungen und Kurzgeschichten sowie Hörspiele. 2010 erschien der Roman „Die Herrenausstatterin“. 2017 gelang Mariana Leky dann der große Durchbruch. Sie liest am Freitag, 11. Oktober, um 16 Uhr.

Sylvie Schenk, in Frankreich und Deutschland gleichermaßen zuhause, gibt um 20 Uhr mit Heribert Leuchter am Saxofon eine musikalische Lesung aus ihrem autobiografischen Werk. Schenk veröffentlichte Lyrik auf Französisch und schreibt seit 1992 auf Deutsch. Sie lebt bei Aachen und in den Hautes-Alpes. 2016 erschien ihr Roman „Schnell, dein Leben“. Im letzten Herbst kam der Roman „Eine gewöhnliche Liebe“ heraus, der die Geheimnisse einer ganzen Familie ausleuchtet und ein schweres Erbe sichtbar macht.

Am Samstag, 12. Oktober, 11 Uhr, stellt die diesjährige Marie-Luise-Kaschnitz-Preisträgerin Angelika Klüssendorf ihrem autobiografisch inspirierten Roman „Jahre später“ vor.

Der Büchner-Preisträger Christian Friedrich Delius liest dann um 16 Uhr aus seinem Werk, das in den letzten Jahren immer stärker autobiografische Aspekte zeigt. Delius wurde 1943 als Sohn deutscher Eltern in Rom geboren, wo sein Vater Pfarrer an der Deutschen Evangelischen Kirche war. Er studierte Literaturwissenschaft und Philosophie in Berlin. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Zuletzt erschienen die Erzählung „Die Zukunft der Schönheit“ (2018) und „Wenn die Chinesen Rügen kaufen, dann denkt an mich“ (2019).

Bodo Kirchhoff greift um 20 Uhr in „Dämmer und Aufruhr. Roman der frühen Jahre“ das Thema des sexuellen Missbrauchs auf und spürt den Prägekräften seiner jugendlichen Erlebnisse nach.

Der bekannte Schauspieler Christian Berkel hatte 2018 mit „Der Apfelbaum. Roman einer Familie“ sein erfolgreiches Schriftsteller-Debüt. Er beschließt die Literaturtage Badenweiler am Sonntag, 13. Oktober, um 11 Uhr mit Lesung und Gespräch mit Rüdiger Safranski. Er hat Archive besucht, Briefwechsel gelesen und Reisen unternommen. Sein spannungsreicher Roman führt über drei Generationen von Ascona, Berlin, Paris, Gurs und Moskau bis nach Buenos Aires.  www.reservix.de

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