Stuttgart - Rund 17 Millionen Krankheitstage pro Jahr sind in Deutschland allein auf Rückenschmerzen zurückzuführen. Damit führen diese Beschwerden die Statistik der Fehltage an und verursachen immense Kosten. Daher bemüht sich die Forschung intensiv um neue Therapie- und Behandlungskonzepte. "Wichtig vor der Behandlung eines schmerzenden Rückens ist, genau zu wissen, was die Schmerzen verursacht", sagt Dr. Theophil Abel, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie vom Wirbelsäulentherapiezentrum in Stuttgart. Ein wichtiger Punkt seien minimalinvasive Behandlungsmethoden - etwa durch eine Laseroperation. Diese kann zum Einsatz kommen, wenn sich die Beschwerden eines Bandscheibenvorfalls nicht - wie in etwa 90 Prozent der Fälle - durch konservative Therapiemaßnahmen, wie Injektionen, Akupunktur, Massage oder Medikamente beheben lassen.

Vor allem im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule wird das Laseroperationsverfahren eingesetzt: Eine kleine Lasersonde wird in die Bandscheibe geschoben, dann wird das überschüssige Gewebe aus dem weichen Kern der Bandscheibe abgetragen und entfernt. Dadurch schrumpft der Bandscheibenvorfall, das überschüssige Gewebe drückt nicht mehr auf den Nerv. Gleichzeitig verschließt sich durch die Laseroperation oft der Defekt am Ring der Bandscheibe, so dass diese wieder richtig ausheilen kann.

Diese Methode wird auch Shrinking genannt und kommt weltweit zum Einsatz. Der Patient kommt am Operationstag in die Klinik und kann oft noch am Tag des Eingriffs wieder nach Hause. "Wir haben mit diesen Lasermethoden zirka 10.000 Bandscheibenvorfälle behandelt und die meisten Patienten waren nach dem Eingriff schmerz- und beschwerdefrei“ sagt Abel. Klinische Studien zeigen, dass die Patientenzufriedenheit ein halbes Jahr nach der Behandlung bei 80 bis 90 Prozent liegt.

Das stellt eine deutliche Verbesserung zur bisherigen Standardtherapie der Bandscheibenvorfälle, der offenen Bandscheibenoperation, dar. Bei ihr muss der Patient mehrere Tage stationär in der Klinik bleiben und ein höheres Operationsrisiko eingehen. Auch die Krankenkassen haben dies erkannt, weshalb die Kosten der minimalinvasiven Lasertherapie bei Bandscheibenpatienten von allen Krankenkassen bezahlt werden.