Basel 150 Jahre Natur erhalten

Die Rosskastanien auf dem Basler Münsterplatz sind rund 150 Jahre alt. Foto: Denis Bozbag Foto: Die Oberbadische

Die 150-jährigen Bäume auf dem kleinen Münsterplatz sind laut einer Mitteilung des Bau- und Verkehrsdepartements Basel-Stadt stark geschwächt. Die Stadtgärtnerei plant deshalb Verbesserungsmaßnahmen. Dafür untersucht sie seit 17. Mai den Wurzelbereich.

Basel. Die Rosskastanien auf dem kleinen Münsterplatz sind rund 150 Jahre alt. Während ihres Lebens mussten sie viel mitmachen: Der kleine Münsterplatz war schon immer Austragungsort zahlreicher Veranstaltungen, ab den 1950er Jahren diente er zwischenzeitlich als Parkplatz. Heute ist der Boden derart verdichtet, dass nicht mehr genügend Wasser und Sauerstoff zu den Wurzeln der dortigen Rosskastanien gelangen, und sie keine Nährstoffe mehr aufnehmen können, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Dies zeigt sich am geringen Triebzuwachs und an der Bildung von Dürrästen in den Kronen.

Durchlässiger Boden

Ein optimaler Boden verfügt neben genügend Luft und Wasser über die für die Bäume notwendigen Nährstoffe, teilt das Basler Bau- und Verkehrsdepartment weiter mit. Damit die Wurzeln die Nährstoffe aufnehmen können, müssen die Bodenstruktur durchlässig und das Bodenleben aktiv sein. Wenn oberirdische Belastungen die Tragfähigkeit der empfindlichen Böden übersteigen, verändert sich die Struktur. Das Bodengefüge verformt sich und wird dichter. Der Austausch an Luft und Wasser wird gestört. Durch die schlechte Bodenbelüftung, den Wassermangel und die dadurch längeren Trockenphasen sinkt laut Mitteilung die biologische Bodenaktivität.

Das bedeutet, die im Boden ablaufenden biologischen Prozesse verändern sich. Insbesondere die wachstumsfördernden Bakterien und Pilze, welche die im Boden enthaltenen Nährstoffe aufbereiten, sterben gemäß der Mitteilung ab.

Darum plant die Stadtgärtnerei auf dem kleinen Münsterplatz Maßnahmen, um den Boden wieder fruchtbar zu machen und gleichzeitig eine ausreichende Tragfähigkeit für die jährlichen Nutzungen zu erreichen. Bevor die Stadtgärtnerei mit den Sanierungsarbeiten beginnt, möchte sie den Boden analysieren, denn nebst den sensiblen Wurzelbereichen befinden sich laut Department an diesem Ort archäologische Kulturschichten.

Entnahme von Proben

An vier ausgewählten Orten werden darum bis Anfang Juni Bodenproben entnommen und geologische Messungen durchgeführt. Bei den Grabungen erfasst zugleich ein Baumpflegespezialist die Durchwurzelung und zieht daraus Rückschlüsse zum konkreten Wurzelwachstum. Diese Daten werden anschließend ausgewertet. Sie dienen als Basis für ein optimales Sanierungskonzept.

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