Basel An der Zukunft der Regio arbeiten

Die Verlängerung der Tram 8 zum Weiler Läublinpark ist ebenfalls ein Projekt des vierten Agglomerationsprogramms. Damit Fördermittel fließen, muss Bundesbern vom grenzüberschreitenden Nutzen des Vorhabens überzeugt werden. Foto: Marco Fraune

Kreis Lörrach - Für die zahlreichen Verkehrsinfrastrukturprojekte im Landkreis Lörrach spielt das Agglomerationsprogramm Basel aufgrund der Fördergelder aus Bundesbern eine wichtige Rolle. Im Umweltausschuss des Kreistags präsentierte Patrick Leypoldt, Geschäftsführer Agglo Basel, den Sachstand der vierten Generation. Profitieren könnten unter anderem die Radschnellverbindung Großes Wiesental und die Verlängerung der Tram 8.

Es geht um Geld, viel Geld. Allein die dritte Generation des Aggloprogramms, das auch Vorhaben außerhalb der Schweiz fördert, umfasst Mittel in Höhe von 110 Millionen Franken für 72 Projekte. Wie wichtig die finanzielle Förderung zur Realisierung von Infrastrukturvorhaben ist, zeigt sich an der geplanten Verlängerung der Tram 8 zum Läublinpark – ein 20-Millionen-Projekt.

War es noch nicht in der dritten Generation aufgenommen, ist es jetzt Teil des vierten Programms, das in die Behördenkonsultation startet und in einem Jahr in Bern eingereicht werden soll, wie Leypoldt berichtete. Ohne Zuschuss aus der Schweiz und eine Finanzspritze vom Land Baden-Württemberg kann Weil am Rhein eine Tramverlängerung aus finanziellen Gründen nicht stemmen. Allerdings muss Bern vom Mehrwert dieses und weiterer Projekte überzeugt werden. Unter anderem stehen die Umgestaltung des Radwegs Wiesendamm in Schopfheim, die Aufwertung der Rheinfelder Rheinbrückstraße, die Trennung von Fuß- und Veloweg entlang der Wiese (Pendlerroute) der Radweg Kraftwerk Rhyburg-Beuggen und die Radschnellverbindung Großes Wiesental auf der Wunschliste.

Gute Chancen, Gehör zu finden

„Letzteres ist auch ein super Projekt, das gute Chancen hat, finanziell gefördert zu werden“, erklärte der Geschäftsführer. Beim Radverkehr zeige sich der Schweizer Bund großzügig. Allein für dieses Vorhaben seien 17,7 Millionen Franken Gesamtinvestitionskosten veranschlagt. In der Vergangenheit hat der Landkreis bereits Unterstützung erhalten. In der dritten Generation wurden unter anderem der Neubau Radweg Schopfheim, Lückenschluss K 6336 zu 40 Prozent gefördert oder der Weiler Radweg „Nordwestumfahrung“. Mittel flossen zudem für Veloabstellplätze an der S-Bahn-Station Lörrach-Haagen.

Die Voraussetzung für eine Förderung ist eine kohärente strategische Planung von Verkehrs- und Siedlungsentwicklung, wobei die Agglomeration als funktionaler Raum betrachtet wird und nicht an administrativen Grenzen endet. So unterstützt der Schweizer Bund Maßnahmen, die auf Schweizer Boden liegen, grenzüberschreitend sind oder vollständig auf ausländischem Boden liegen.

Zahlreiche Fortschritte im vierten Programm

Laut Leypoldt habe man mit dem vierten Programm zahlreiche Fortschritte erreicht, verwies er auf den hohen Detaillierungsgrad und weitere Themenfelder. Zu den Höhepunkten zählen das Zukunftsbild 2040, die Vielfalt und Tiefe der Teilstrategien und die Schließung offener Flanken, zum Beispiel beim Güterverkehr und der kombinierten Mobilität. Allein bei den übergeordneten Maßnahmen, die nicht über den Infrastrukturfonds finanziert werden, geht es um ein langfristiges Investitionsvolumen von 14,7 Milliarden Franken.

Wichtige Projekte sind der Rheintunnel zur Engpassbeseitigung der Osttangente, die A 98 Rheinfelden – Schwörstadt – Tiengen, das Basler Herzstück inklusive Zulaufstrecken sowie die Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe – Basel.

Derweil geht es bei den Maßnahmen im A-Horizont des vierten Agglomerationsprogramms für die Jahre 2024 bis 2029 um Tramprojekte, die Buselektrifizierung in beiden Basel, fünf ÖPNV-Drehscheiben, die Kapazität von Straßen und weitere Ladestationen für Elektromobilität in den Kantonen Aargau und Basel-Stadt.

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