Basel Animalische Artistik erleben

David Eisele überzeugt mit theatralischer Inszenierung. Foto: zVg

Basel - Der 25-jährige Artist David Eisele aus Badenweiler wird noch bis Dienstag beim Circusfestival Young Stage sein achtminutiges Programm „Senses“ präsentieren. Atemberaubende Kunststücke mit dem Diabolo begleitet von einer animalischen Dramaturgie werden die Zuschauer in eine moderne Welt zeitgenössischer Zirkuswelt entführen.

Mit seiner Teilnahme ist für Eisele ein großer Traum in Erfüllung gegangen. „Als Kind habe ich mit meiner Familie die Zirkusvorstellungen in Basel besucht. Es ist für mich eine große Ehre, dieses Jahr zum ersten Mal dort mit dabei sein zu können“, erzählt Eisele im Gespräch mit unserer Zeitung.

Seine Darbietung „Senses“ ist keine gewöhnliche Show, in der eine schnelle Abfolge von Kunststücken mit dem Diabolo gezeigt wird. „Ich werde mich nicht auf die Bühne stellen und einen Trick nach dem anderen aufführen“, stellt der Jungartist klar. „Während meines Acts werde ich in die Gedankenwelt eines Tieres eintauchen und damit eine kleine Geschichte mit theatralischer Qualität erzählen.“ Diese Geschichte handelt von Achtsamkeit und über die Sinne, mit denen ein Tier die verschiedenen Reize wahrnimmt. Der Künstler spielt eine Szene und ergänzt seine Nummer mit tänzerischen Einlagen und spielerischen Ausdrucksformen. Dementsprechend bewegt sich Eisele mit wilder Frisur und animalischen Bewegungen über die Bühne und reagiert dabei auf alle Umwelteinflüsse, die vom Publikum und seiner Umgebung ausgehen. „Senses“ ist sein Abschlusswerk der Circus-Ausbildung an der renommierten Kunsthochschule „Codarts in Rotterdam“, das ihm den holländischen „NG Circus Prize 2018“ einbrachte und ihn unter Künstlerkreisen bekannt machte. Einladungen zu Galaveranstaltungen und Auftritte bei diversen Festivals in Deutschland, Frankreich und den Benelux-Ländern folgten. Diese sichern ihm derzeit zusammen mit Workshops für Nachwuchskünstler das Einkommen.

Spaß an Akrobatik

Erstmalig Zirkusluft schnupperte der gebürtige Lipburger bereits im Alter von acht Jahren im Jugendzirkus seines Vaters Robert Eisele. „Dort ging es hauptsächlich um den Spaß und die Freude an der Artistik. Wir übten das Jonglieren und das Koordinationsvermögen“, erklärt Eisele. Neben dem Hobby Jonglage habe er in seiner Jugend weitere künstlerische Aktivitäten ausgeübt wie das Cello-Spielen und das Graffiti-Sprühen. In seinen letzten Jahren an der Realschule verfestigte sich der Wunsch nach einer Karriere als Circus-Künstler. „Ich sah im Fernsehen einen Auftritt eines ungarischen Cyr Wheel-Artisten. Dies ist eine Circus-Disziplin, bei der eine Person mit ausgestreckten Gliedern in einem Metallreifen steht und sich fortwährend in verschiedenen akrobatischen Figuren über den Boden dreht, als sei die Schwerkraft aufgehoben. Ich sah diesen Mann und meinte zu meinem Vater: Das will ich auch können“, berichtet Eisele schmunzelnd. Nach der Schule sammelte er erste schauspielerische Erfahrung beim „Theater Total“ in Bochum. Die Darsteller tourten damals drei Monate durch Deutschland und die Schweiz. Eisele lernte neben Theater und Schauspiel auch viel über die Organisation von Tournee-Auftritten, eine wichtige Erfahrung für Künstler ohne Management wie Eisele.

Gefragt nach einer der Eigenschaften, die jeder Nachwuchskünstler mitbringen sollte, meint Eisele: „Neben körperlicher Ausdauer sehr viel Geduld beim Einstudieren der Tricks. Da vergehen gut 1000 Stunden, bis jede Bewegung endgültig sitzt.“

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