Basel Aus der Enge der vier Wände

Installationsansicht, Lydia Ourahmane, Barzakh    Foto: Philipp Hänger / Kunsthalle Basel Foto: Die Oberbadische

Basel (ov/hau). Zwei brandneue Ausstellungen und eine Woche lang freien Eintritt ab Dienstag, 2. März: Das verkündet die Kunsthalle Basel. Direktorin Elena Filipovic lädt zu den beiden Einzelausstellungen von Lydia Ourahmane und Joachim Bandau ein.

Aufgrund der geltenden Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus wird auf eine öffentliche Vernissage verzichtet und anstelle dessen eine Woche lang freier Eintritt offeriert. Auch hier gilt indes: Deutsche Besucher haben bislang keine Möglichkeit, das Museum ohne anschließende Quarantäne zu besuchen.

Lydia Ourahmane

Die in Algerien geborene Künstlerin Lydia Ourahmane präsentiert in den Obergeschossräumen eine neu in Auftrag gegebene Installation. Laser und Abhörgeräte sowie alle Objekte, Möbel und Haushaltsgegenstände aus einer Wohnung in Algier, in der die 1992 geborene Künstlerin lebte, bevölkern diese Ausstellung. ➔Lösegeld, illegaler Grenzübertritt, Austausch von Staatsangehörigkeiten: Transaktionen unterschiedlicher Art sind häufig der konzeptuelle Ausgangspunkt für Ourahmanes Kunst. Die Ergebnisse sind Video- und Tonarbeiten, Performances, Skulpturen und Installationen, die untersuchen, auf welche Art und Weise sich Geschichten der Vertreibung und kolonialer Unterdrückung in Körper einschreiben. Es ist ihre erste Ausstellung in der Schweiz (bis 16. Mai).

Joachim Bandau

Eröffnet wird zudem die Ausstellung „Die Nichtschönen. Werke 1967–1974“. Zugleich technoid und körperlich, minimalistisch und monströs, häufig versehen mit Schläuchen und Anschlüssen, die seltsam organischen Öffnungen und Tentakeln ähneln, sind die frühen skulpturalen Arbeiten von Joachim Bandau bis heute so merkwürdig und einzigartig wie damals, als er sie schuf. Gezeigt wird eine Auswahl dieser immer noch relativ unbekannten Skulpturen des Künstlers und Zeichnungen aus der Zeit von 1967 – 1974 (bis 16. Juni).

Kunsthaus Baselland

Unter dem Titel „Nachleuchten. Nachglühen“ zeigt das Kunsthaus Baselland Videoinstallationen und ihre Wegbereiter bis zum 24. Mai, je nach Pandemie-Entwicklung könnte diese vielleicht auch noch von deutschen Besuchern angesehen werden.

Nach über einem Jahr der Pandemie, dem jetzt wieder möglichen Öffnen der Museen und Ausstellungshäuser bilde sie einen Echoraum für aktuell Erlebtes, neues Lesen von Gewesenem und neu Lesbares, schreibt das Ausstellungshaus. Die Gruppenschau versucht, die Entwicklung des Mediums Video und der raumgreifenden Installationen anhand von repräsentativen Beispielen nachzuzeichnen. Sie zeigt zudem, wie sich innerhalb eines Jahres unser Verständnis von zentralen (zwischenmenschlichen) Momenten wie Kommunikation, digitaler (Welt-)Verbundenheit, Nähe und Distanz, körperlicher Erfahrung, Verschiebungen von Sehnsuchtsorten mit einem Blick aus der Enge der eigenen vier Wände in die Welt hinaus verschoben hat.

Die Werke werden, auch wenn ihre Entstehungszeit teilweise weit zurück liegt, möglicherweise gerade heute für uns verständlicher, schreibt das Museum. „Vielleicht hätten wir ohne die Erfahrungen der letzten Monate noch einige emotionale Anläufe gebraucht und hätten sie historisch, geografisch und politisch motiviert distanziert betrachtet. So wissen wir nun inzwischen alle, was es heißt, sich in den eigenen vier Wänden von der Welt abgeschnitten zu fühlen“, so die Kuratorinnen Ines Goldbach und Käthe Walser.

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