Basel. Auch Liebhaber klassischer Musik dürfen sich 2018 auf Konzerte des Basler Jazzveranstalters Offbeat freuen: Zu den Saisonhöhepunkten gehören Abende mit der 30-köpfigen Basel Sinfonietta und dem Saxofonquartett von Marius Neset oder mit der Akkordeonistin Viviane Chassot. Chassot spielt mit klassischer Ausbildung und moderner Interpretation etwa Haydn oder Ligeti. Ihre Faszination für Crossover-Projekte erklärte sie am Donnerstag an der Offbeat-Pressekonferenz mit den Facetten, die unterschiedliche Instrumentierungen aus alten Werken hervorzaubern.

Die in Zürich geborene und in Basel lebende Akkordeonistin will Klassik „aus der engen Schublade befreien“. Am Basler Jazzfestival tritt sie mit Martin Mallaun an der Zither auf (23.4.); auch Piazzolla-Werke stehen auf ihrem Programm.

Noch weiter geht der Zürcher Geiger Tobias Preisig mit einem stündigen Solokonzert am Basler Jazzfestival (1.5.). Er sei „mit Appenzeller Volksmusik groß geworden“ und bei der Geige geblieben. Alleine auf der Bühne sei er „völlig nackt“ und gespannt auf die Interaktion mit dem Publikum – dieses Programm sei noch nicht CD-reif.

Auftritte von McFerrin bis Di Meola

Als thematische Schwerpunkte des Offbeat-Jahres neben der Klassik nannte Impresario Urs Blindenbacher heuer noch Orient, neue Gitarrenklänge, Stimmen, Piano und Schweizer Neuheiten. Als zugkräftige Stars zu nennen sind etwa Bobby McFerrin (1.5.), Dianne Reeves (22.3.), John Scofield (5.5.), Al die Meola (9.3.), Anuar Brahem mit Dave Holland (12.4.) oder Joachim Kühn (25.4.).

Neues bieten einheimische Eidgenossen: Nach dem letztjährigen 66-köpfigen Orchester-Gig tritt der im Wallis geborene Sänger Andreas Schaerer diesmal im Quartett überschaubarer auf, aber nicht weniger spannend mit Sounds zwischen Jazz, Reggae und Tango. Am Offbeat-Festival sind zudem erneut die (noch zu kürenden) Jazz- und Pop-Sieger des Schweizer Jugendmusikwettbewerbs (30.4.+1.5.) zu Gast.

Unter dem Strich plant Offbeat 26 Konzerte mit und rund 14 000 Besuchern, dies bei einem Jahresbudget von 1,1 Millionen Franken brutto. Davon müssen Tickets über ein Drittel einbringen: ein vergleichsweise sehr ambitionierter Anteil. Entsprechend warnte Blindenbacher vor der grassierenden Gratis-Unkultur.

Diese Zahlen lägen für 2018 mit Absicht leicht tiefer als 2017, als das im Frühling sehr dichte Programm das Publikum teils überfordert habe. Zudem miete Offbeat nun das teure Musical Theater seltener.

Treue Fans füllen auch den Basler Bird’s Eye-Jazzclub, der mit Offbeat zusammenarbeitet. Immer neue gute Musiker brächten auch neue Anhängerschaft mit, sagte Clubchef Stefan Kurmann.  Infos und Tickets unter www.offbeat-concert.ch