Basel Aussichten trüben sich ein

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In der Industrie sind negative Entwicklungen am stärksten im Maschinenbau und in der Chemie-/Pharmabranche ausgeprägt. Foto: pixabay

Die Aussichten für die Schweizer Wirtschaft trüben sich weiter ein. Das KOF-Konjunkturbarometer ist im Juli deutlich gesunken und verharrt den dritten Monat in Folge unter dem langfristigen Durchschnitt. Die Rede ist von „dunklen Wolken am Konjunkturhimmel“.

Zürich/Basel (sda). Konkret sank das Barometer im Berichtsmonat um 5,1 auf noch 90,1 Punkte, wie die Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich jetzt mitteilte. Der Vormonatswert wurde dabei deutlich nach unten revidiert auf 95,2 von 96,9 Zählern. Im Vergleich zum Ursprungswert wäre der Rückgang im Juli also noch größer ausgefallen.

Von AWP befragte Ökonomen hatten den aktuellen Wert deutlich höher im Bereich von 93 bis 95,2 Punkten prognostiziert. Das KOF-Konjunkturbarometer ist im Juli den dritten Monat in Folge gesunken. Nach einem moderaten Rückgang im Vormonat beschleunige sich der Fall nun wieder, heißt es. Die Schweizer Konjunktur dürfte sich im Herbst also „harzig“ entwickeln, schließen die KOF-Ökonomen daraus.

Verarbeitendes Gewerbe besonders negativ

Der Rückgang im Juli wird laut den Angaben angeführt vom verarbeitenden Gewerbe. Aber auch im Gastgewerbe, bei den übrigen Dienstleistungen und bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen seien die Perspektiven deutlich ungünstiger als zuvor. Die negative Tendenz zeige sich auch im privaten Konsum generell. Den Rückgang ein wenig dämpfen konnten derweil die Indikatoren für das Baugewerbe und die ausländische Nachfrage.

In der Industrie (Verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe) sind die Indikatoren für fast alle Aspekte der Geschäftstätigkeit gesunken. Am ausgeprägtesten sei dies für die Auftragssituation und die allgemeine Geschäftslage der Fall, schreibt die KOF. Der einzige Aspekt, für den sich die Indikatoren klar positiv entwickelten, sei die Wettbewerbssituation.

In Bezug auf die einzelnen Industrien sei die negative Entwicklung am stärksten im Maschinenbau und in der Chemie- und Pharmaindustrie. Dahinter folgen die Bereiche Textilien und Bekleidung, Elektro und der Nahrungs- und Genussmittelsektor. Das KOF-Konjunkturbarometer ist ein Frühindikator für die Entwicklung der Schweizer Wirtschaft, der sich aus einer Vielzahl von Einzelindikatoren zusammensetzt.

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