Basel Basel wird wieder zur Stadt der Bücher

Die Oberbadische
Auf dem Literaturfestival „BuchBasel“ werden sowohl internationale als auch Schweizer Autoren präsentiert. Foto: Hendrick Schmidt

Von Gabriele Hauger

Basel. Frankfurt hat es vorgemacht. Nun also endlich wieder auch das Literaturfestival BuchBasel! Nach der schmerzlichen Absage aufgrund der Corona-Lage im vergangenen Jahr wird Basel vom 4. bis 7. November wieder zur Stadt der Bücher, des Lesens und der Autorengespräche. Präsentiert werden Autoren aus Übersee, ebenso wie aus der Innerschweiz, verkündet die Festivalleitung. Versprochen werden internationale Bestseller ebenso wie verblüffende Neuentdeckungen, Musik-Text-Projekte, politische Diskussionen und – wie immer – Kinderveranstaltungen, die früh die Lust am Lesen und an der Literatur wecken sollen.

Der Schwerpunkt der diesjährigen Festivalauflage lautet: „Schönheit, Vielfalt, Untergang“ und stellt das Schreiben über die Natur ins Zentrum. Aufgegriffen wird dies in vielen Formen, von der Lyrik übers Sachbuch bis hin zu wissenschaftlichem Expertenwissen. Natürlich sind auch wieder die Nominierten des Schweizer Buchpreises zu erleben.

Das Literaturfestival ist mit analogen, hybriden und digitalen Veranstaltungen gut gerüstet. „Wir freuen uns, drei Tage lang in die Welt der Literatur und der Bücher einzutauchen. Wir freuen uns vor allem auf die Begegnungen und darauf, endlich wieder in einen persönlichen, direkten Austausch treten zu können“, so die Co-Festivalleiterinnen Katrin Eckert und Marion Regenscheit. Und Eva Herzog, Präsidentin LiteraturBasel, wünscht sich, dass gerade nach Corona der Veränderungswille der Menschen auch gesellschaftlichen Fragen und dem Schutz des Planeten gilt. „Das diesjährige Festival vermittelt Annäherungen an das Thema Natur, die hoffentlich unsere Motivation erhöhen, endlich Schritte zu tun.“

Damit greift das Festival ganz aktuell Themen auf, die den Menschen unter den Nägeln brennen und die Politik bestimmen.

Zur Eröffnung am Donnerstag, 4. November, 18 Uhr, im Festsaal des Volkshauses spricht die preisgekrönte Autorin und Buchgestalterin Judith Schalansky über das vielschichtige Verhältnis von Literatur und Natur. Kleine Teaser machen Appetit auf das Festivalprogramm. Zu hören sind ab 20.30 Uhr Textminiaturen mit Schlagzeug, während es parallel im Unionssaal um Patricia Highsmith’s Tage und Notizbücher geht.

Nominierte des Schweizer Buchpreises

Im Galeriesaal wird Emine Sevgi Özdamar ihr Buch „Ein von Schatten begrenzter Raum“ vorstellen, ein Andenken an alle Menschen, die die 1971 aus der Türkei emigrierte Autorin und Regisseurin auf ihrem Weg begleitet haben.

Am Freitag um 17 Uhr sowie an weiteren Terminen des Festivals lesen die fünf Buchpreis-Nominierten im Festsaal: Martina Clavadetscher aus „Die Erfindung des Ungehorsams“, ihr zweiter Roman, in dem drei Frauen und die Frage nach künstlicher Intelligenz im Zentrum stehen; Thomas Duarte aus seinem Debütroman „Was der Fall ist“, der mit Witz und Ironie die Absurdität des kapitalistischen Arbeitsmarktes entlarvt; Michael Hugentobler, der in seinem Roman „Feuerland“ einen Bogen von den kolonialen bis zu den nationalsozialistischen Verheerungen schlägt; Christian Kracht mit „Eurotrash“, einer frechen, spektakulären Familiengeschichte; und Veronika Sutter aus „Größer als Du“ mit 15 Erzählungen über Frauen und Beziehungen in dem Moment, in dem Liebe in Gewalt umkippt. Der Preis wird dann am Sonntag, 11 Uhr, im Theater Basel verliehen.

Eine Biografie des Rheins wird Hans Jürgen Balmes am Samstag um 12.30 Uhr im Unionssaal präsentieren. Sechs Jahre lang hat er den Fluss erwandert, befahren und erforscht. Ein Gespräch über Literatur und Gestaltung folgt um 14 Uhr im Unionssaal. Und im Festsaal führen zwei Wissenschaftsjournalisten vor Augen, wie unser Alltag in 30 Jahren aussehen wird, wie sich unsere Landschaft, unser Essen, unser Urlaub, unsere Arbeit geändert haben werden. Um 18.30 Uhr wird dann an gleicher Stelle aus wissenschaftlicher Sicht erläutert, wie die neuesten Erkenntnisse der Klimaforschung aussehen. Dies sind nur einige Beispiele des reichhaltigen Literaturangebots.

Die Veranstaltungen am Sonntagnachmittag finden ausschließlich digital per Zoom statt. Es gibt zwei Formate: einen digitalen Lesekreis, in dem man das zuvor gelesene Buch mit den Autoren diskutieren kann; oder Zoom-Lesungen, moderiert und mit internationalen Gästen (Tickets und Link unter www.buchbasel.ch).

Das Kinderbuchfestival findet in der KLARA und im Literaturhaus Basel statt. Darunter ein Workshop mit Anmeldung, eine Schreib- und Buchwerkstatt sowie zahlreiche Lesungen für Kinder.  www.buchbasel.ch

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