Basel - Über das Ozeanium-Projekt des Basler Zoos, einen Neubau mit Großaquarien, entscheiden die baselstädtischen Stimmberechtigten: Am Mittwoch sind 4923 Referendumsunterschriften gegen den im Oktober vom Großen Rat gutgeheißenen Bebauungsplan eingereicht worden.

Das 100-Millionen-Projekt an der Heuwaage nach Plänen der Zürcher Boltshauser Architekten soll dem Publikum anhand von rund 40 Aquarien Einblick in die Welt der Ozeane bieten und es für Umweltfragen sensibilisieren. Tierschützer halten das Konzept für veraltet sowie nicht ausreichend tierfreundlich und ökologisch.

Der Große Rat hatte der Vorlage mit 69 gegen 13 Stimmen bei 13 Enthaltungen zugestimmt und damit auch alle Einsprachen erledigt. Unter den Einsprechenden waren auch die Fondation Franz Weber und deren Verein Helvetia Nostra. Als Gegenprojekt hatten sie 2014 die „Vision Nemo“ präsentiert, quasi virtuelle Multimedia-Fenster zum Ozean. Nach dem Grünen Licht des Parlaments ergriffen sie zusammen mit den Grünen und weiteren Organisationen das Referendum – unter dem Titel „NOzeanium“. Das Projekt steht finanziell noch nicht: Der Zoo hat erst 57 der 100 nötigen Millionen gesammelt. Weder für den Bau noch den Betrieb des Ozeaniums rechnet der Zolli mit Staatsgeldern. Die Ratsvorlage erwartet die Eröffnung frühestens im Jahr 2024.