Basel Behörden greifen nicht ein

Die Oberbadische, 14.06.2018 17:23 Uhr

Basel (sda). An der Regelung für die umstrittenen Südanflüge am EuroAirport (EAP) braucht es aus Sicht der Behörden keine Änderungen. Dass im vergangenen Jahr die kritische Zehn-Prozent-Marke erstmals überschritten wurde, wird auf die Witterungsbedingungen im April zurückgeführt.

Im April vergangenen Jahres betrug der Anteil der Südanflüge 26,9 Prozent. Das war der höchste je registrierte Monats-Wert, wie das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) gestern mitteilte. 891 von insgesamt 3307 Instrumentenlandeanflügen fanden in jenem Monat auf der Piste 33 statt.

Abklärungen des BAZL und der französischen Zivilluftfahrtbehörde DGAC haben nun ergeben, dass im April 2017 an 21 von 30 Tagen Wind aus nördlicher Richtung vorherrschte. Es sei deshalb unausweichlich gewesen, auf das Anflugverfahren ILS 33 auszuweichen, heißt es in der Mitteilung.

Dass im vergangenen Jahr die Marke von zehn Prozent bei den Instrumentenanflügen überschritten wurde, ist laut den Behörden denn auch auf die rekordhohe Quote im April zurückzuführen. In den übrigen Monaten lag die Quote zwischen 3,3 und 15,2 Prozent. Die 10-Prozent-Marke wurde auch im März, Juni und Juli übertroffen.

Aufgrund ihrer Untersuchungen, bei denen Wetterdaten aus verschiedenen Quellen verglichen wurden, kommen das BAZL und die DGAC zum Schluss, dass es keine Maßnahmen braucht, um den Anteil der Südanflüge zu senken. Die Wahl der anzufliegenden Piste sei stets im Einklang mit den geltenden Vorschriften erfolgt.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr am EAP 4092 von 39 630 Instrumentenanflügen über die Südpiste abgewickelt. Damit stieg die ILS-33-Quote von 5,9 auf 10,3 Prozent. Weil die 10-Prozent-Marke überschritten wurde, mussten die Luftfahrtbehörden Frankreichs und der Schweiz laut einem Abkommen von 2006 abklären, ob sich Maßnahmen zur Senkung der Quote aufdrängen.

Seit der Einführung des Instrumentenlandesystems (ILS) Ende 2007 führen die Südanflüge über dicht besiedeltes Gebiet in der Schweiz. Dagegen wehren sich seither die betroffenen Schweizer Gemeinden. Die Piste 33 soll nur genutzt werden, wenn der Rückenwind eine bestimmte Stärke erreicht hat. In den vergangenen zehn Jahren war der jährliche Anteil der Landeanflüge auf Piste 33 „ziemlich konstant“, wie das BAZL festhält. Die 10-Prozent-Marke wurde 2017 erstmals überschritten. 2010 war dieser Wert mit 9,96 Prozent nur knapp unterschritten worden.

 
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