Basel Blaupause für gemeinsames Handeln

Der Rheinuferweg zwischen Basel und Hüningen wurde im Rahmen der IBA Basel 2020 bereits realisiert. Foto: zVg

Basel - Drei Länder, eine Region, ein Ziel: Gemeinsam über Grenzen wachsen lautet das Motto der IBA Basel 2020, die mit 18 Projekten in die Endphase startet. Vor fast zehn Jahren etabliert, hat das renommierte Instrument zur Raumplanung wichtige Impulse für die Entwicklung des Dreilands gegeben. Nächstes Jahr wird Bilanz gezogen.

Den trinationalen Raum als einen gemeinsamen zu verstehen, sei in Zeiten politischer Verwerfungen keine Selbstverständlichkeit, sagte Rheinfeldens Oberbürgermeister und IBA Basel Vizepräsident Klaus Eberhardt gestern im Rahmen eines Mediengesprächs, bei dem die Verantwortlichen die mit einem IBA-Label versehenen Projekte vorstellten. Städtebau und Verkehrsentwicklung müssten als gemeinsame Aufgaben betrachtet werden, betonte Eber­hardt. Weiterhin sollte die IBA als langfristiges Thema betrachtet und Ziele definiert werden. Kurzum: „Für die Zusammenarbeit der Region brauchen wir eine gemeinsame Agenda bis 2040“, forderte Rheinfeldens OB. Für ihn steht fest, dass die IBA Basel eine Blaupause für das gemeinsame, grenzüberschreitende Handeln darstellt.

IBA-Präsident Hand-Peter Wessels betonte die Ziele: die Lebensqualität in der Region Basel nachhaltig zu steigern und zur touristischen wie wirtschaftlichen Attraktivität beizutragen. Vor zehn Jahren begann die IBA mit einem Aufruf, Projekte einzureichen, die dazu beitragen können, den gemeinsamen Lebensraum mustergültig zu gestalten.

In den trinationales Strukturen der IBA wurden die Projekte dann miteinander diskutiert und gemeinsam weiterentwickelt, erinnerte Wessels, und weiter: „Es ist erstaunlich, was die Gemeinden, Kommunen, Kantone und Länder im Zusammenschluss in dieser kurzen Zeit erreicht haben.“

Erste Projekte wurden bereits verwirklicht: So zum Beispiel „24 Stops“, die Wegverbindung zwischen der Fondation Beyeler in Riehen und dem Weiler Vitra Campus mit 24 Wegmarken des Künstlers Tobias Rehberger, der neue Rheinuferweg zwischen Basel und Hüningen sowie eine Internetseite mit Ausflugstipps.

Die mit einem Label versehenen Projekte wurden nach verschiedenen Kriterien bewertet. Eines ist der Aspekt „Modellcharakter“, der bei dem Projekt 3Land besonders hervorzuheben sei, wie IBA Basel-Geschäftsführerin Monica Linder-Guarnaccia erklärte. Die Entwicklung eines länderübergreifenden Stadtteils zwischen Basel, Hüningen und Weil am Rhein stehe exemplarisch für die IBA Basel. Auch wenn die Realisierung weit über den Zeithorizont hinausreichen wird, so seien die einzelnen Verfahrensschritte beispielgebend für grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Raumplanung in Europa, ergänzte Thomas Waltert, Leiter Gesamtentwicklung Basel Nord.

Modellcharakter hat auch das Projekt Am Zoll Lörrach/Riehen, wo bis zum Jahr 2020 eine digitale Teststrecke umgesetzt werden soll. Vorgesehen ist, das Quartier im Bereich des Grenzüberganges städtebaulich und verkehrlich zu entwickeln. Dieses Ziel verfolgt die Stadt Lörrach gemeinsam mit der Schweizer Nachbargemeinde Riehen, dem schweizerischen Kanton Basel-Stadt und weiteren Akteuren. Dabei sollen beispielhaft nachhaltige siedlungsstrukturelle Lösungen im Bereich Nachverdichtung und Mobilität gefunden werden.

 Die Bilanz wird ab dem 26. Juni 2020 gezogen. Dann können sich Interessierte im Rahmen einer Ausstellung auf dem Weiler Vitra Campus über die Ergebnisse der IBA Basel 2020 informieren.

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