Basel Brillante Töne beim Tattoo

Die Oberbadische
Tom Strebel sorgt für ein perfektes Hörerlebnis. Fotos: Susann Jekle Foto: Die Oberbadische

Wenn die militärischen Formationen beim Basel Tattoo musizierend über den Hof der Kaserne marschieren, muss jeder Ton stimmen. Damit der Abend für die Besucher zu einem echten Klangerlebnis wird, arbeitet das Tontechnikteam um Tom Strebel vor und während der Show auf Hochtouren. Mit dabei: ein Ortungssystem und Radiofunk.

Von Susann Jekle

Basel. „Die Gäste sollen beim Basel Tattoo Musik pur genießen“, erklärt Strebel beim Besuch im Technikraum. Als technischer Direktor und Sounddesigner ist er mit seinem Team dafür zuständig, dass die große Show mit ihren 1000 Mitwirkenden perfekt klingt. Rund 7200 Teile an Showtechnik werden für die Aufführung benötigt – dazu zählen unter anderem rund 130 Mikrofone und ebenso viele Lautsprecher.

Die Verstärkung durch die Lautsprecher soll beim Konzert möglichst wenig wahrgenommen werden. Dabei sind diese sehr wichtig für ein gelungenes Musikerlebnis: So gibt es zum Beispiel in jeder Formation solistische Elemente, die hervorgehoben werden. „Den Zuhörern soll nicht auffallen, dass der Solist verstärkt wird“, sagt Strebel. Das gelinge zum Glück fast immer.

Mit seinem Team macht er seit 14 Jahren die Technik für Basel Tattoo – dazu gehören auch Licht- und Pyrotechnik. „Unsere Hauptaufgabe ist es, den Gästen eine möglichst gute Show zu liefern“, findet er. Denn trotz aller Technik: „Hier ist alles handgemacht und live.“ Natürlich könne auch mal etwas schiefgehen, gerade den Witterungsbedingungen sei man immer ausgeliefert. „Aber es kam noch nie zu einem Abbruch“, freut sich Strebel.

Wenn die Großformationen bei Basel Tattoo auftreten, müssen die Tontechniker auf die Zeitversetzung des Klangs, die mit der Größe des Kasernenhofs einhergeht, achten. „Die größte Herausforderung ist es, die richtige Zeitachse zu finden“, meint Strebel beim Blick auf den noch leeren Hof. Die Musiker spielen über die ganze Fläche verteilt. Die 1500 Quadratmeter große Bühne ist in 24 Zonen aufgeteilt, auf die sich die Mikrofone und Lautsprecher per Knopfdruck fokussieren. Das funktioniert über ein Ortungssystem: Wenn sich die Musiker bewegen, folgt ihnen der Klang. Über Radiofunk funktioniert das Monitoring, damit alle auf derselben Zeitachse spielen. „Das ist wie Radio im Kopf“, erklärt der Tontechniker die kleinen In-Ear-Kopfhörer, die auch für die vielen Tänzerinnen beim Basel Tattoo wichtig sind.

Der Clou bei der Tontechnik: Klangoptimierung. „Die Töne dürfen nicht dumpf, sondern müssen brillant klingen“, sagt Strebel. Während die Musiker auftreten, kümmern sich die Techniker darum, dass der Ton stets ideal ist. An ihren Mischpulten arbeiten die Toningenieure vor – und besonders während – der Show auf Hochtouren an den Reglern. Währenddessen werden ungefähr 160 Musikkanäle aufgenommen: Später entsteht daraus die CD. Wenn das Publikum den Einsatz der Tontechnik gar nicht erst wahrnimmt, hat Strebels Team seinen Job erfüllt.

Weitere Informationen: Das Festival findet noch bis Samstag, 28. Juli, in der Kaserne Basel, Klybeckstraße 1b, statt. Karten gibt es in den Geschäftsstellen der Oberbadischen, der Weiler Zeitung und des Markgräfler Tagblatts.

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