Basel Bus- und Tramflotte wird modernisiert

Michael Werndorff
Die Basler Verkehrs-Betriebe wollen bis 2027 nur noch E-Busse einsetzen. Foto:  

Die Basler Verkehrs-Betriebe investieren Millionen in ihren Fuhrpark und in einen Garagenneubau im Hirzbrunnen-Quartier.

Die Basler Verkehrs-Betriebe investieren in ihre Zukunft: 23 neue Trams, ein neues Depot und die Umstellung der Busflotte auf E-Antrieb bis zum Jahr 2027 stehen auf der Agenda, wie das Verkehrsunternehmen am Dienstag im Rahmen eines Mediengesprächs bekannt gab.

Neues Depot

Wegen der Modernisierung der Busflotte muss auch die bauliche Infrastruktur auf den neuesten Stand gebracht werden. So soll im Hirzbrunnen-Quartier, wo die Busse abgestellt und instandgesetzt werden, ein 26 Meter hohes Gebäude mit Busabstellplätzen, Ladestationen für Elektrobusse und eine Werkstatt entstehen. Die alte Garage Rank wird abgerissen, noch dieses Jahr soll mit dem Rückbau begonnen werden. Der Bezug des Neubaus ist für 2027 geplant. Vorgesehen ist auch eine 3000 Quadratmeter große Fläche für ein Wohnbauprojekt. Während der Bauarbeiten werden die Busse in zwei Provisorien in der Messehalle 3 und im Klybeck-Quartier untergebracht.

Das Baugesuch für den Neubau wird demnächst veröffentlicht, ebenfalls ausgeschrieben werden sollen 23 neue Trams. „Das sind zwei Meilensteine, auf die wir jahrelang hingearbeitet haben“, kommentierte BVB-Direktor Bruno Stehrenberger die millionenschwere Investition.

Die Garage Rank ist in die Jahre gekommen; so stammen die ältesten Gebäudeteile aus dem Jahr 1957, in den 1970er-Jahren kamen Erweiterungsbauten hinzu.

Mit der neuen E-Busflotte muss auch die Infrastruktur des Depots angepasst werden. Laut BVB entspricht sie baulich und technisch nicht mehr den heutigen Anforderungen. So müsste sie zum Beispiel erdbebenertüchtigt werden. Zudem brauche es zum Aufladen der E-Busse eine umfangreiche Ladeinfrastruktur.

Ihr Einbau in die heutige Garage wurde geprüft, sei aber nicht möglich. Aus diesen Gründen sei der komplette Neubau der Garage geplant, erklärte die BVB-Spitze. Die Kosten hierfür belaufen sich auf rund 161 Millionen Franken. Einen derartigen Bau gebe es europaweit nirgends, betonte Stehrenberger.

140 Ladestationen

Auf vier Etagen sind 140 Ladestationen, 144 Abstellplätze, vier Schnellladestationen sowie die gesamte Werkstatt integriert. Eine Fotovoltaikanlage ist auf dem Dach vorgesehen. „Diese könnte fünfeinhalb Prozent unseres Strombedarfs hier abdecken“, sagte Daniel Schütz, Leiter Bussystem 2027. Die E-Busse sollen derweil mit erneuerbarem Strom versorgt werden. Zusätzlich zu den Ladestationen im Depot wird es auch welche im Streckennetz geben, unter anderem an Endhaltestellen von langen Buslinien wie der Linien 36 und 50.

Damit der Linie 36 nicht der Strom ausgeht, wurde bereits vor einem Jahr eine Schnellladestation an der Haltestelle Klybeck in Betrieb genommen. Etwa 15 Minuten braucht eine Schnellaufladung, dann ist der Bus wieder „aufgetankt“ und kann theoretisch wieder 105 Minuten auf Basels Straßen unterwegs sein – abhängig von Verkehr, Wetter, Temperatur und Fahrgastaufkommen.

Generell verfolgen die BVB eine Strategie, die aus betrieblichen und wirtschaftlichen Gründen das Aufladen der Busse im Depot vorsieht, sagte Schütz.

Die Trambeschaffung muss neu ausgeschrieben werden, weil der Wagenbauer die Preise sehr stark angehoben hatte. Ursprünglich vorgesehen war die Anschaffung von Flexity-Trams der Firma Alstom, welche unter anderem die 13 verbliebenen Cornichon-Trams aus den 1980er Jahren ersetzen sollten. Die BVB rechnen damit, den Zuschlag im Spätsommer an einen Hersteller vergeben zu können. Erst dann kann der politische Prozess beginnen, der auch die Investitionskosten konkretisieren wird. Bis zur Inbetriebnahme wird es rund drei Jahre dauern.

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