Basel Corona-Verlust wird ausgeglichen

Laufenburg - Der deutsch-schweizerische Energieversorger Energiedienst hat im ersten Halbjahr den Betriebsgewinn, wie angekündigt, deutlich gesteigert. Grund dafür sind Kapitalmarkteffekte, die zu ergebniswirksamen Bewertungseffekten bei der Personalvorsorge in Deutschland geführt haben.

„Wir haben definitiv ein gutes erstes Halbjahr gehabt und sehen uns auf einem guten Weg“, berichtete Jörg Reichert, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei der Energiedienst Holding AG, während der gestrigen Pressekonferenz.

Auch unter dem Strich ergab sich für das Unternehmen ein höherer Gewinn. Der Betriebsertrag nahm im ersten Halbjahr um rund drei Prozent auf 547,1 Millionen Euro zu, wie die Firma gestern in einer Mitteilung mitteilte. Hinter der positiven Entwicklung standen steigende Energiepreise, Erfolge im Vertrieb von Strom, Gas und Dienstleistungen, eine ordentliche Wasserführung und Produktion sowie eine positive Entwicklung im Photovoltaikgeschäft.

Bei Strom und Gas wurde nicht nur die Corona-Absatzdelle des Vorjahres ausgeglichen, sondern auch ein zusätzliches Absatzwachstum erzielt. Das Betriebsergebnis (EBIT) verbesserte sich um 31 Millionen auf 43 Millionen Euro und entsprach damit den Mitte Juli vom Unternehmen in Aussicht gestellten 43 Millionen.

Großer Dank an die Mitarbeiter

Im vergangenen Jahr war der EBIT wegen negativer Bewertungseffekte infolge der Effekte der Pandemie auf die Kapitalmärkte noch rückläufig gewesen. Da die Energiedienst Holding ihre Geschäftszahlen nach der Schweizer Rechnungslegung FER publiziert, werden diese Effekte direkt im EBIT gebucht.

„Im ersten Halbjahr hat die Corona-Pandemie erneut unsere Aktivitäten beeinflusst. Es ist uns aber weiter gelungen, unseren gesellschaftlichen Aufgaben als zuverlässiger Energieproduzent und Energieversorger auch unter erschwerten Bedingungen nachzukommen. Wir danken allen Mitarbeitern, insbesondere in den Bereichen der kritischen Infrastruktur in den Kraftwerken und im Netzbetrieb, herzlich für ihr herausragendes Engagement“, betonte Reichert.

Das Finanzergebnis, das im Vorjahr ebenfalls unter der Talfahrt der Wertschriften gelitten hatte, wies wieder einen Gewinn von einer Million Euro nach einem Verlust von drei Millionen aus. Der Halbjahresgewinn von Energiedienst stieg damit auf 35,7 Millionen Euro von 7,8 Millionen im Vorjahr. Für den Rest des laufenden Jahres zeigt sich die Gesellschaft zuversichtlich und erhöht den Ausblick.

Zum Jahresende könne ein EBIT von über 60 Millionen Euro erreicht werden, sofern sich die Erholung der Konjunktur fortsetze, der Kapitalmarkt stabil entwickle und die Wasserführung im zweiten Halbjahr durchschnittlich sei, schreibt die Gesellschaft. Bisher hatte sie mit einem EBIT von mindestens 40 Millionen gerechnet.

PV-Geschäft wird neu strukturiert

Außerdem gab Energiedienst bekannt, dass das Photovoltaikgeschäft neu strukturiert wird. „Dazu werden bis Ende 2022 die bislang unterschiedlichen Prozesse und Systeme harmonisiert“, erklärte Michel Schwery, Mitglied der Geschäftsleitung bei der Energiedienst Holding AG. Mit der Fusion erhalte die Gruppe eine stärkere Position auf dem Schweizer PV-Markt. Im ersten Halbjahr sei Energiedienst mit 315 verkauften Photovoltaik-Anlagen leicht unter Plan gelegen, sagte Schwery.

Keine Beeinträchtigung durch Hochwasser

Die Überschwemmungen in der Schweiz und in Deutschland haben zu keinen größeren Beeinträchtigungen bei Energiedienst geführt. Zwar habe es wegen des vielen Geschiebes kleinere betriebliche Einschränkungen gegeben, auf Seiten der Produktion seien aber keine Auswirkungen feststellbar, gab Schwery bekannt.

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