Basel Damit das Risiko sinkt

Die Kantonspolizei Basel-Stadt will Präventionsmaßnahmen zur Sicherheit von Radfahrern im Straßenverkehr entwickeln. Foto: zVg/Juri Weiss Foto: Die Oberbadische

Keine Verkehrstote auf Basler Straßen: Dieses Ziel hat sich die Verkehrsprävention der baselstädtischen Kantonspolizei für die kommenden Jahre gesetzt. Im Blick stehen dabei vor allem die Velofahrer.

Basel (sda/boz). Im Jahr 2017 starb laut Unfallanalytiker Daniel Bär eine Person im Basler Straßenverkehr. „Der Höchststand lag 1962 bei 31 Todesopfern“, erklärte der Statistiker während des Sommerspaziergangs zur Verkehrssicherheit. Für das angestrebte Ziel, diese Zahl bald auf null zu bringen, sollen diverse präventive Maßnahmen und Kampagnen durchgeführt werden. Im Fokus stehen dabei die Radfahrer. Die letzten drei Verkehrstoten seien auf den sogenannten „toten Winkel“ bei Lastwagen zurückzuführen, sagte Bär. Entsprechend forderten die Präventions-Verantwortlichen am Dienstag Radler auf, Lastwagen an Ampeln weder links noch rechts zu überholen. „Mit vorgezogenen Radstreifen vor den Ampeln, kann man zwar das Risiko des toten Winkels erfolgreich reduzieren. Aber befindet sich der Lkw bei Grün bereits beim Rechtsabbiegen und der Radfahrer fährt hinter ihm, kann mit keinen technischen Präventionsmitteln ein Unfall verhindert werden“, betonte Bär.

Laut dem Unfallanalytiker wird das Problem durch E-Bikes noch „verschärft“, weil diese sehr schnell vorfahren könnten. Zwar hätten moderne Lastwagen immer mehr Assistenzsysteme, neuerdings auch mit seitlichen In-frarotsensoren, doch auch diese lösten das Problem beim Anfahren bei grün nicht: Dann gerieten Velos in den toten Winkel. Verkehrssicherheitschef Martin Bischofberger hält daher auch Wartezeit-Anzeigen an Rotlichtern – andernorts für Fußgänger schon üblich – nicht für die Lösung der Velofalle neben Lastwagen. Für Bär aus praktischen Gründen ebenfalls keine Option sind völlig getrennte Spuren und Grünphasen für Velos und Motorfahrzeuge.

Vorsichtige überleben

Toprak Yerguz, Mediensprecher des Justiz- und Sicherheitsdepartementes (JSD), hielt fest: „Es bringt dem Velofahrer wenig, im Recht zu sein, wenn er dann überfahren und verletzt wird.“

Ein weiteres Unfallrisiko für Velofahrer sind zudem unachtsam geöffnete Autotüren. Hier mahnt die Polizei Autofahrer zur Aufmerksamkeit und Radler zu Voraus- und Vorsicht. Zudem solle man in den für Velos heiklen Kreiseln in der Spurmitte radeln, um ein Überholen zu verhindern – so können Autos Velos beim Abbiegen nicht den Weg abschneiden.

Hilfreich gegen Unfälle sei insbesondere korrektes Zeichengeben und Blinken. Laut Bär war die Ecke Riehen-/Hammerstraße ein Unfallschwerpunkt, bis ein Linksabbiegeverbot vom Wettsteinplatz her eingerichtet wurde. Es sei nicht jedem bekannt, dass die Richtungsänderung auch in einer Kurve der Hauptspur anzeigt werden müsse. Deshalb wird die Kantonspolizei dort am 14. August eine Verkehrskontrolle durchführen.

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