Basel Damit der Verkehr fließen kann

ov/wer
Der geplante Rheintunnel soll den Durchgangsverkehr von Birsfelden aus Richtung Deutschland und Frankreich auffangen. Foto: Juri Weiss

Der geplante Rheintunnel ruft Gegner wie Befürworter auf den Plan.

Der geplante Rheintunnel in Basel ruft Gegner wie Befürworter auf den Plan. Auf die Kritik der Allianz „Nein zum Rheintunnel“ meldet sich nun die Handelskammer beider Basel zu Wort (HKBB). Deren Direktor Martin Dätwyler spricht von einem „volkswirtschaftlichen Gewinn“. Denn: „Das Bauwerk verflüssigt den Verkehr auf der A2 bei Basel. Das vermindert Staustunden, die die Schweiz jährlich drei Milliarden Franken kosten. Die Wirtschaft und die Parteien aus dem bürgerlich-liberalen Lager stehen deshalb hinter dieser wichtigen Verkehrsinfrastruktur und fordern ihre rasche Umsetzung.“

Indes erkennt die Allianz gegen das Großprojekt ein unverantwortliches Handeln: „Beim Rheintunnel, wie bei ähnlichen Straßenprojekten, wird wider besseres Wissen und auf Basis ungenügender Modelle das Gegenteil behauptet. Wieder einmal zeigt sich, dass beim umweltschädlichen Autoverkehr die Planung von Großprojekten zügig vorangeht, während einfache Infrastruktur für den Veloverkehr und ÖPNV-Projekte kaum vorwärtskommen.“ Diese Prioritäten seien angesichts der Klimakrise unverantwortlich.

Umsichtige Planung

Die HKBB sieht das anders: Das Bundesamt für Straßen überzeuge mit einer umsichtigen Planung des Rheintunnels. Das Projekt sichere einen funktional sinnvollen Verkehrsfluss und entlaste die Quartiere von Verkehr und Lärm. „ Damit haben wir hier den größten Hebel, um die volkswirtschaftlichen Kosten zu senken. Die A2 bei Basel, die auch die Osttangente umfasst, ist einer der meistbefahrenen Autobahn-Abschnitte der Schweiz. Täglich passieren rund 140 000 Fahrzeuge diese Strecke. Das überlastet die bestehende Infrastruktur, es komme täglich zu Staus. Entsprechend weiche der Verkehr auf Quartierstraßen der Stadt und der umliegenden Gemeinden aus. „Das beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die Erreichbarkeit des Standorts“, meint der HKBB-Direktor.

Das Bundesamt für Raumentwicklung rechnet in den nächsten Jahren mit einem weiteren Verkehrswachstum – parallel zum Bevölkerungswachstum. So wächst die trinationale Agglomeration Basel offiziellen Zahlen zufolge bis zum Jahr 2040 um rund 140 000 Bewohner und rund 90 000 Arbeitskräfte. Diese Zahlen sprechen eine klare Sprache, weiß Sebastian Deininger, Leiter Verkehr, Raumplanung, Energie und Umwelt der Handelskammer beider Basel: „Der Rheintunnel muss bei gleichzeitiger Erhaltung der Osttangente rasch umgesetzt werden, um den zukünftigen Entwicklungen unserer Wirtschaftsregion Rechnung zu tragen und sein Entlastungspotenzial voll zu entfalten.“

Spürbare Entlastung

Der Rheintunnel fange den Durchgangsverkehr von Birsfelden aus Richtung Deutschland und Frankreich auf, verflüssige den Verkehr und entlaste die Osttangente. „Diese kann damit wiederum mehr Quell-, Ziel- und Binnenverkehr aufnehmen und entlastet Stadt und Agglomeration vom Ausweichverkehr“, schildert Balz Herter, Präsident Die Mitte Basel-Stadt, die konkreten Entlastungswirkungen.

Dadurch sinke das Verkehrsaufkommen auf der Osttangente zwischen den Abzweigungen Hagnau und Wiese im Prognosezeitpunkt 2040 um rund 30 Prozent, heißt es weiter. Angrenzende baselstädtische Straßen würden um zehn bis 20 Prozent entlastet. Insgesamt reduziere sich der Stadtverkehr um vier Prozent oder 45 000 Fahrzeugkilometer, schreibt die HKBB. Im Zentrum von Birsfelden gehe der Verkehr um rund 30 Prozent zurück. Das bedeute auch weniger Lärm.

Umfrage

Berlinale 2024 - Eröffnung

Derzeit läuft das Filmfestival Berlinale. Die ursprünglich zur Eröffnung eingeladenen AfD-Politiker wurden von der Festivalleitung wieder ausgeladen. Was halten Sie davon?

Ergebnis anzeigen
loading