Basel Damit der Wolf einziehen kann

Geht es nach dem Willen des Tierparks Lange Erlen, sollen im Herbst 2022 Wölfe hier eine neue Heimat finden (Archivfoto) Foto: Die Oberbadische

Basel - Wolfsgeheul soll Ende nächsten Jahres aus dem Kleinbasler Tierpark Lange Erlen zu hören sein. Zum 150-jährigen Jubiläum will sich der Erlenverein selbst beschenken: Mit dem Bau einer insgesamt 5000 Quadratmeter großen Wolfsanlage wollen die Verantwortlichen noch im Jubiläumsjahr beginnen.

Der Tierpark Lange Erlen wird in naher Zukunft Heimat für ein drei- bis vierköpfiges Wolfsrudel sein. Als letzte Umbaumaßnahme des bereits im Jahr 2004 beschlossenen Plans zur Weiterentwicklung soll das Gehege die Anlage vervollständigen. Allerdings fehlen für die Umbauten noch mehrere hunderttausend Franken.

„Für die Wölfe muss Platz geschaffen werden, weshalb ein Umzug der Mesopotamischen Dammhirsche notwendig ist“, erklärt Tierparkleiter Bruno Ris im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Hirsche passen aber ohnehin nicht so gut ins Konzept, da sie Exoten sind und der Park sich der einheimischen Flora und Fauna verschrieben hat.

Die Finanzierung für die geplante Anlage gestaltet sich schwierig. Ohne Geld kann der Spatenstich im Sommer nicht stattfinden. Rund vier Millionen Franken sind für den Bau geplant, durch Spendensammlungen konnte der Verein aber erst 500 000 Franken generieren. Der Bau soll voraussichtlich innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden, die Tiere könnten bereits nach der ersten Bauetappe und damit frühestens im Herbst 2022 einziehen.

Der Park, der auch in Corona-Zeiten kostenlos zugänglich ist und durch Subventionen des Kantons Basel-Stadt unterstützt wird, ist aber bei allen geplanten neuen Projekten auf Spenden angewiesen.

Neue Attraktion

Eigens für das letzte große Bauprojekt wurde die „Wolfsaktie“ eingerichtet, damit sich jeder finanziell an der Anlage beteiligen kann, berichtet Ris, der, trotz der bislang noch fehlenden finanziellen Mittel, positiv gestimmt ist. Er hofft, dass noch dieses Jahr mit der Gestaltung der Anlage begonnen werden kann. Der Bau ist deshalb so teuer, weil die Nebenkosten im Grundwasserschutzgebiet vergleichsweise hoch sind.

Sobald eine Million Franken auf dem Spendenkonto eingegangen sind, kann mit dem Bau des neuen Wolfsgeheges begonnen werden, das in drei Etappen realisiert werden soll. Im ersten Abschnitt würde dann nicht nur der Bereich zwischen dem Erlenparkweg und der Wiese erschlossen werden, sondern auch gut die Hälfte des südlichen Bereichs, auf dem derzeit die Hirsche beheimatet sind.

Obwohl die Hirsche fehlen werden, wird den Besuchern mit dem Einzug der Wölfe eine neue Attraktion geboten. Ein Tunnel für die Tiere soll den südlichen mit dem nördlichen Bereich des Geheges verbinden; oberirdisch verläuft für die Besucher der Erlenparkweg. „Eine Wolfswarte mit Aussichtsplattform bietet eine besondere Chance, die Tiere von oben zu betrachten“, berichtet Ris. Durch die geplanten, in die Wand eingelassenen Gucklöcher können Interessierte sogar einen Blick in das Innere der Wolfshöhle erhaschen.

Artgerechte Haltung

Kritikern dieses groß angelegten Bauprojekts steht Ris gelassen gegenüber. Alle Vorgaben für die Haltung von Großtieren in Tierparks würden eingehalten und sich nach den neuesten Erkenntnissen der Forschung richten. Außerdem leiste eine artgerechte Haltung der Wölfe im Tierpark Lange Erlen ihren Beitrag zur Aufklärungsarbeit für ein Tier, das sich in Teilen der Schweiz und Süddeutschlands unlängst wieder angesiedelt hat.

Pünktlich zu den Feierlichkeiten am Jubiläumswochenende vom 21. und 22. August soll der Spatenstich stattfinden. Die Festivitäten werden, nicht nur um der Tiere willen, sondern auch angesichts der Corona-Pandemie, relativ ruhig begangen. Obwohl noch niemand genau sagen kann, welches Programm realisierbar sein wird, sind laut Organisatoren bisher Bewirtung, ein musikalisches Unterhaltungsprogramm sowie ein Buden-Dorf mit Informationsständen für die Besucher geplant.

Alle Einnahmen des Jubiläumsjahres sollen für den Bau der neuen Wolfsanlage genutzt werden, wie der Koordinator des 150-jährigen Jubiläums, Felix Rudolf von Rohr, dieser Tage im Rahmen eines Pressegesprächs sagte.

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