Basel Demo soll auf Gegendemo treffen

Die Oberbadische
Auch im Landkreis Lörrach machen sogenannte Querdenker auf sich aufmerksam: Hier ein Graffito, das im Januar an der Unterführung Stetten-Süd aufgetaucht ist. Foto: Kristoff Meller

Gleich zwei Kundgebungen sind für Samstag in Basel angekündigt: Kritiker der Corona-Maßnahmen haben zum Demonstrationszug aufgerufen, das links orientierte Bündnis „Basel Nazifrei“ macht auf den sozialen Netzwerken dagegen mobil. Trotz dieser grundsätzlich kritischen Gemengelage zeigt sich Adrian Plachesi, Sprecher der Kantonspolizei Basel-Stadt, aber gelassen.

Von Adrian Steineck

Basel. Die Polizei wisse von der Demonstration der Maßnahmenkritiker, sagt er auf Nachfrage unserer Zeitung. Es sei ein Bewilligungsgesuch eingegangen, das derzeit in Bearbeitung ist. „Dabei geht es unter anderem darum, dass in Absprache mit der Polizei die Route für die Demonstration festgelegt wird“, schildert er das Prozedere. Auch von der geplanten Gegendemonstration wisse man. Über die Taktik der Polizei aber wolle man im Vorfeld nichts verraten, stellt Plachesi klar. Auch wie viele Polizisten am Samstag im Einsatz sein werden, werde nicht bekannt gegeben.

Treffpunkt bleibt ungewiss

Die Kritiker der Corona-Maßnahmen rufen über den Kurznachrichtendienst Telegram zu einer Kundgebung in Basel auf. Um 14 Uhr soll die Demo starten. Als Treffpunkt wird einmal der Barfüßerplatz angegeben, dann wieder ist vom De-Wette-Park die Rede. Näheres zum Inhalt oder zum genauen Ablauf der Kundgebung wird nicht genannt.

Linker Gegenwind

Aus dem linken Lager gibt es prompt Gegenwind: Das Bündnis „Basel Nazifrei“ schreibt auf den sozialen Netzwerken: „Wir sagen in Basel: Hier gibt es keinen Platz für einen rechten Aufmarsch.“

Das Bündnis hat in seinem Aufruf auf mehrere Punkte aufmerksam gemacht, für die es am Samstag einstehen will: Corona-Tests sollen in der Schweiz gratis bleiben, ebenso Masken. Fürs Impfen sollen bezahlte Ferientage zur Verfügung gestellt werden, zudem müssten in Zügen die Abteile der ersten Klasse aufgehoben werden, um Platz zu schaffen. Überdies wolle „Basel Nazifrei“ gegen patriarchale Gewalt, Nationalismus und antisemitische Verschwörungstheorien demonstrieren. Der Treffpunkt der Gegendemonstration soll in den sozialen Medien bekannt gegeben werden.

Es soll friedlich bleiben

Auch von dieser Kundgebung hat die Polizei Kenntnis. „Unser Ziel ist es, dass die Demonstrationen friedlich bleiben“, sagt Plachesi. Zugleich soll das öffentliche Leben wie gewohnt stattfinden. So hält sich Plachesi auch mit Ratschlägen zurück, dass am Samstagnachmittag etwa die Basler Innenstadt gemieden werden sollte. „Die Menschen sollen wie gewohnt zum Einkaufen gehen und mit der Tram fahren können“, bringt er die Zielsetzung der Polizei auf den Punkt.

Basel kein Brennpunkt

In Basel fänden bisher „nicht speziell häufig“ Demonstrationen von Kritikern der Corona-Maßnahmen statt, sagt er. Allerdings habe dieses Thema in der Schweiz durchaus eine gewisse Dynamik entwickelt, legt Plachesi dar und verweist auf mehrere Corona-Demos in Bern. Diese sind jüngst derart eskaliert, dass die Polizei Wasserwerfer und Gummischrot einsetzen musste. Auch in Basel gibt es schon ähnliche Erfahrungen: So fand im November 2018 eine Demonstration der rechtsextremen Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) statt, welche eine nicht bewilligte linke Gegendemo anzog. Die Polizei griff damals ein, was für mehrere Gerichtsverfahren gegen Teilnehmer an der nicht genehmigten Gegendemonstration sorgte.

Auch auf deutscher Seite ist das Thema der Demonstration von sogenannten Querdenkern nicht unbekannt. So haben Kritiker der Corona-Regeln und Impfgegner unter anderem Mitte Mai einen Autokorso von Weil am Rhein über das Rebland und das Vordere Kandertal abgehalten.

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