Basel Den sozialen Zusammenhalt stärken

ov/maj
Die Alte Rheinbrücke verbindet die beiden Schwesterstädte Rheinfelden in Deutschland und der Schweiz miteinander. Foto: Ulf Körbs

Regio Basiliensis nimmt bei ihrer Hauptversammlung das gemeinsame Wirken im Dreiland in den Fokus. Hansjörg Schneider bekommt für seine Hunkeler-Krimis die Ehrenmedaille für besondere Verdienste um die Region.

Den sozialen Zusammenhalt in der trinationalen Grenzregion am Oberrhein stellte die Regio Basiliensis bei ihrer Generalversammlung in den Fokus. „Gesellschaften werden heterogener, Lebensstile individualisieren sich zunehmend. Die wirtschaftlichen und demographischen Entwicklungen sind dies- und jenseits der Grenze unterschiedlich. Welche Opportunitäten und Herausforderungen kommen da auf uns zu?“ Mit dieser Frage eröffnete Präsidentin Kathrin Amacker die Versammlung im schweizerischen Rheinfelden.

Die Schwesterstädte Rheinfelden in der Schweiz und in Deutschland, die über den Rhein über Landesgrenzen hinweg miteinander verbunden sind, seien Vorbild für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und für den sozialen Zusammenhalt über Grenzen hinweg und seien deshalb ein symbolträchtiger Ort für die Veranstaltung.

Zusammenhalt stärken

Bei der Diskussion zum Fokusthema hatten Dozent Frank Grimberg (Fachhochschule Nordwestschweiz) und Professor Maarten Hoenen (Uni Basel) einen ersten Impuls gegeben. Gemeinsam sind sie seit 2020 für die Spring School der Regio Basiliensis zuständig. Unter dem Titel „Zusammen aber wie? Wirtschaft und Verantwortung in einer sozialpolitischen Welt“ haben sich die Studenten in diesem Jahr der aktuellen geopolitischen Lage und der Spaltung durch Krisen gewidmet und untersucht, wie sich diese auf das grenzüberschreitende Zusammenleben im Dreiland auswirken könnte.

Diskussion um die Herausforderungen

Welche Herausforderungen zu meistern sind, um den sozialen Zusammenhalt zu bewahren und weiter zu stärken, diskutierten nach diesem ersten Impuls Béa Bieber (Großrätin des Kantons Aargau und Präsidentin des Oberrheinrats), Dieter Salomon (Hauptgeschäftsführer der IHK Südlicher Oberrhein), Soziologe Ueli Mäder und Christian Debève (Conseiller Régional du Grand Est). Die Idee des gemeinsamen Zusammenlebens ist auch von entscheidender Bedeutung für die Beziehungen der Schweiz zur EU, schreibt die Regio Basiliensis in ihrer Mitteilung.

Präsidentin Kathrin Amacker: Die Schweiz ist ein Teil von Europa

Durch die Nichtmitgliedschaft in der Europäischen Union und dem Europäischen Wirtschaftsraum und der fortschreitenden Erosion der bilateralen Verträge verliere die Schweiz zusehends das Recht und die Möglichkeit, am Aufbau eines geeinten Europas mitzuwirken und von den Vorteilen eines großen Binnenmarktes zu profitieren. Die vermeintliche Souveränität der Schweiz werde immer mehr zum Schein. Deshalb appellierte Präsidentin Amacker in ihrer Rede an die Anwesenden, dass auch die Schweiz Teil von Europa ist und „wir einen Beitrag an ein freies, demokratisches, soziales, sicheres, nachhaltiges und wirtschaftlich erfolgreiches Europa leisten müssen“.

Mit Ehrenmedaille ausgezeichnet

Mit der Ehrenmedaille für besondere Verdienste um die Regio-Idee wurde Autor und Journalist Hansjörg Schneider ausgezeichnet, der das Dreiland in seinen Hunkeler-Krimis lebendig werden lässt. Die Buchreihe hat es zudem auf die Theaterbühne geschafft, wurde verfilmt und ist so im Fernsehen und auf Streamingportalen zu sehen.

Botschafter der Region

In seiner Laudatio betonte Felix Rudolph von Rohr, dass Schneider mit seinem Wirken und seinen subtilen Liebeserklärungen in vielen seiner Schriften ein willkommener Botschafter für diese einzigartige Region sei, der ein Vielfaches zur Pflege und zum Erhalt jenes „feu sacré“ der Gründerväter der Regio Basiliensis beigetragen hat.

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