Basel (lu). Die bislang schon schier endlose Geschichte um einen Schienenanschluss zum EuroAirport (EAP), deren Beginn 50 Jahre zurückliegt, wie Manuel Friesecke von der Regio Basiliensis erinnerte, legt nochmals eine Zwischenschleife ein.

Während die Eidgenossenschaft sich schon in den Startlöchern wähnte und möglichst schnell loslegen will, verzögern neue Investitions- und Reformpläne in Frankreich das ehrgeizige Projekt mindestens bis ins kommende Jahr (wir berichteten mehrfach). Das wurde bei der jüngsten Sitzung des Districtrates des Trinationalen Eurodistricts Basel (TEB) im Basler Stadthaus deutlich, in welcher der geplante Schienenanschluss das Hauptthema war. Die Kosten für das Projekt mit Bahnhof am EAP nebst sechs Kilometer Schiene, für die in fernerer Zukunft auch TGV und Intercityzüge angedacht sind, während der Güterverkehr auf der Stammstrecke zwischen Basel und Mulhouse verläuft, werden auf rund 260 Millionen Franken geschätzt (bei einem Zeithorizont von 2025/27 bis 2030).

Eines machte der Regierungsrat und Vorsteher des Basler Verkehrsdepartments Hans-Peter Wessels deutlich: „Der Bund wird das Vorhaben keinesfalls allein stemmen, da müssen auch die Franzosen mit ins Boot“, betonte er. Entsprechend enttäuscht habe man in der Schweiz auf den neuerlichen Expertenbericht und die Reformpläne von französischer Seite, in denen von Infrastrukturmaßnahmen in der Region Süd-Ost nichts zu lesen war und allenfalls eine 20 Prozent-Mitfinanzierung angedacht ist, reagiert. Allerdings gehe Wessels dennoch nicht von einem Rückzug der Franzosen aus.

Der Schweizer Bahnexperte Emanuel Barth sähe im Übrigen den Schienenanschluss an den EAP als echten Quantensprung für die S-Bahn, zumal der EAP-Bahnhof im Zehn-Minuten-Takt bedient würde. Bislang seien rund 4,6 Millionen Franken in ein grenzüberschreitendes Vorprojekt geflossen, bei dem auch die Vorteile für die Strecken in Richtung Laufen und Liestal geprüft werden.

Volle Unterstützung hat der EAP-Schienenanschluss auch von Friesecke, zumal die heutige Buslinie 50 vom SBB zum EAP Kapazitätsgrenzen habe. Mit französischer Brille betrachtet, befinde sich das Projekt nur in einer Randlage und: „Die SCNF hat derzeit rund 50 Milliarden Euro Schulden.“

Einen künftig noch stärkeren Austausch hat sich der neue TEB-Präsident Mike Keller zum Ziel gesetzt. „Es gilt, Lebenskultur zu fördern und in Gang zu bringen“, erklärte er. Gerade das Projekt „Dreiland“ (zwischen Dreirosenbrücke, Weil am Rhein und Palmrain), eines der größten im gesamten EU-Raum, besitze Leuchtturmcharakter, bei dem es gelte, es auf dem eingeschlagenen Weg weiterzuentwickeln. In Sachen der weiterhin harmonisierten Fahrtarife im ÖPNV setzt er künftig auf das in Angriff genommene Mobilitätsportal. „Es ist eine Herausforderung, aber Studien besagten, dass einheitliche Tarife machbar sind“, sagte Keller.

Wahlen

Turnusgemäß standen Wahlen im Vorstand und an der Spitze des Districtrates an. Rheinfeldens Bürgermeisterin Diana Stöcker wurde zur neuen Präsidentin gewählt. Sie trat damit die Nachfolge des Schweizers Heinrich Ueberwasser an, dessen Amtszeit zwei Jahre dauerte und der jetzt zum 2. Stellvertreter gewählt wurde. Gaston Latscha (Frankreich) fungiert als 1. Stellvertreter. Ansonsten wurde der komplette Vorstand in seinen Ämtern bestätigt.