Basel Der „Rostbalken“ hat ausgedient

                                                                     sda/wer
Das Gebiet Nauentor am Bahnhof SBB (Bildmitte) soll unter anderem mit drei neuen Hochhäusern modern bebaut werden. Foto:  

Das Basler Nauentor-Projekt wird konkreter. Die Arbeiten für das Großprojekt sollen 2024 beginnen.

Das Basler Grobauprojekt Nauentor beim Bahnhof SBB nimmt Form an. Die Post und die SBB haben eine Projektstudie zur Weiterverfolgung gekürt. Die Inbetriebnahme des Ersatzbaus für das heutige Postreitergebäude ist frühestens für 2031 geplant. Zum Zug kommt ein Planungsteam rund um ein Basler und zwei Zürcher Architekturbüros.

Günstige Wohnungen

An der zentralen Lage am Bahnhof Basel SBB werden Wohnungen, Büro- und Dienstleistungsflächen entstehen.

Im Bebauungsplan wurde unter anderem festgehalten, dass auf einer Fläche von 12 000 Quadratmetern Wohnungen im preisgünstigen Segment geschaffen werden. Insgesamt soll Wohnraum für rund 600 Personen gebaut werden. Zudem soll die Fußgänger- und Veloverbindungen sowohl entlang der Postpassage (Ost-West) wie auch neu zwischen der Hochstraße/Solothurnerstraße und der Gartenstraße (Nord-Süd) attraktiver und sicherer gestaltet werden.

Die siegreiche Projektstudie besteche unter anderem durch „eine überzeugende Lösung“ bei der Verbindung des Quartiers Gundeldingen mit der Innenstadt, teilten die SBB und die Post am Freitag mit. Ein besonderes Augenmerk liege zudem auf dem nachhaltigen Umgang mit den vorhandenen Strukturen.

Vorgesehen sind drei Hochhäuser mit einer maximalen Größe von 89 Metern. Die Strukturierung durch eine große Galerie und die Freistellung eines der drei geplanten Hochhäuser ermögliche es, dass das Projekt in Etappen realisiert werden könne, heißt es weiter. Für Fußgänger sowie Velofahrer sind getrennte Überquerungen vorgesehen.

Wie die Planer erklären, soll die Verbindung des Gundeldinger- und des St. Alban-Quartiers eine neue Qualität erhalten. Eine großzügige Magistrale führt quer durch die Überbauung. Die Nauentor-Magistrale überbrückt die Gleisanlage, verknüpft die Stadtteile und bietet neue Zugänge zum Bahnhof.

Einjähriges Dialogverfahren

Der Entscheid für das Projekt erfolgt der Mitteilung zufolge nach einem einjährigen Dialogverfahren und unter Einbezug von Quartiervertretern. Die Projektstudie soll nun zu einem Vorprojekt weiterbearbeitet werden. Der Beginn der Realisierung soll ab 2024 erfolgen, die Inbetriebnahme des Nauentors ist frühestens für 2031 vorgesehen.

Der Basler Große Rat hatte die rechtlichen Rahmenbedingungen für das Großbauprojekt Nauentor im März 2021 bewilligt. Die Post hat für das ab 1972 als regionales Verteilzentrum gebaute und 1980 fertiggestellte Gebäude keine richtige Verwendung mehr. Laut der Post ist die Bausubstanz nicht mehr in einem guten Zustand und eine Sanierung des „Rostbalkens“ unwirtschaftlich.

Sorgfältige Planung

Die Bau- und Raumplanungskommission des Basler Großen Rats hatte im März 2021 im Rahmen ihres Berichts eine besonders sorgfältige Planung gefordert, weil der Baukomplex an einem neuralgischen Punkt entstehen wird.

Als weiteren zentralen Punkt erwähnte sie, dass das Bauvorhaben auf die künftige Anbindung des S-Bahn-Herzstück-Projekts an den Bahnhof abgestimmt werden müsse.

Umfrage

Emmanuel Macron

Frankreis Präsident Emmanuel Macron will westliche Bodentruppen in der Ukraine nicht ausschließen. Was halten Sie davon?

Ergebnis anzeigen
loading