Basel Der Rotstift wird angesetzt

Weltweit arbeiten rund 35 000 Menschen beim Reiseeinzelhändler Dufry mit Sitz in Basel. Foto: Die Oberbadische

Basel - Der weltweit tätige Reiseeinzelhändler Dufry mit Sitz in Basel will die massiven Folgen der CoronaPandemie mit einer harten Restrukturierung auffangen. Er setzt den Rotstift auch bei den rund 35 000 Mitarbeitern an.

Einzelheiten zu den angekündigten Entlassungen wurden aber noch keine genannt. Insgesamt will Dufry aber 20 bis 35 Prozent der Personalkosten einsparen, wie es in der Pressemitteilung von gestern hieß.

Damit will das Unternehmen den bereits im Mai in Aussicht gestellten Umsatzeinbruch von 40 bis 70 Prozent auffangen. Wie viele der 788 Vollzeitstellen in der Schweiz betroffen sind, konnte Mediensprecher Renzo Radice auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP nicht sagen.

Stellenabbau überall

Der Stellenabbau soll aber über alle organisatorischen Stufen und Regionen hinweg erfolgen. Zudem kündigt das Unternehmen Frühpensionierungen und den teilweisen Verzicht auf saisonal befristete Arbeitskräfte an. Auch über finanzielle Beiträge aus Staatsprogrammen sollen Personalkosten eingespart werden. Umgesetzt werden sollen die Maßnahmen bis kommenden Oktober.

Einzelheiten zum Sozialplan im Zuge der angekündigten Entlassungen nannte Radice ebenfalls noch nicht. Dufry habe zwar bestehende Sozialpläne, diese seien aber von Land zu Land unterschiedlich und kämen erst im Falle der Entlassungen zum Tragen.

Schließungen von Shops

Dass es infolge der CoronaKrise zu Schließungen von Duty-Free-Shops kommt, hält der Sprecher allerdings für unwahrscheinlich. Ob man aber in näherer Zukunft weiter wachsen wolle, könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Die Lage sei sehr dynamisch. Zurzeit gebe es täglich sowohl positive als auch negative Meldungen für die Reise- und Tourismusbranche. So kündigten einzelne Regierungen zwar Lockerungen der Reisebeschränkungen an, andere jedoch Verlängerungen.

Wenn sich das Tourismusgeschäft schließlich normalisiere, werde auch das Wachstum wieder zur Strategie von Dufry gehören. Dies sei in der Vergangenheit immer so gewesen, meinte der Mediensprecher.

Mietkosten der Läden

Ein großes Fragezeichen bleibt derweil: Inwiefern und wie stark die verschiedenen Flughafenbetreiber dem Duty-Free-Shop-Betreiber bei den Mieten entgegenkommen, ist noch unklar. Man sei im Gespräch mit den zuständigen Stellen, sagte Radice.

Es seien aber grundsätzlich ein gewisses Verständnis für die wirtschaftliche Situation von Dufry sowie ein Willen zu einer gemeinsamen Lösung vorhanden. Auf einzelne Verträge wollte Radice aber noch nicht eingehen.

Das Unternehmen betreibt weltweit in 65 Ländern rund 2300 Duty-free- und Duty-paid-Läden an Flughäfen, auf Kreuzfahrtschiffen, in Seehäfen, Bahnhöfen, Stadtzentren, Flugzeugen, auf Fähren und an Grenzübergängen.

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