Basel Die Gefahr schwimmt mit

 Foto: Michael Werndorff

Basel - Strömung, Strudel, Wassermenge und kalte Temperaturen: Der Rhein birgt viele Gefahren. Gerade bei heißen Sommertemperaturen unterschätzen Badewillige diese Risiken, wie der Präsident der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) Sektion Basel, Christian Senn, im Gespräch mit unserer Zeitung mitteilt.

Die Badekultur habe sich seit fünf Jahren in Basel etabliert, meint Senn und betont: „Wir appellieren an die Eigenverantwortung der Menschen, wenn es um das Thema Gefahrenaufklärung geht, und wollen niemandem etwas vorschreiben.“

In Kooperation mit dem Justiz- und Sicherheitsdepartment Basel-Stadt habe man ein Faltblatt für das sichere Schwimmen im Rhein entwickelt. Vorab gilt die Devise, wer nicht gut schwimmen kann, sollte sich nicht in das Fließgewässer begeben.

Drei Sektionen des Rheins

„Der Rhein in Basel kann den Brücken entlang in drei Sektionen aufgeteilt werden“, weiß Senn. Von der Schwarzwald- bis zur Wettsteinbrücke hat der Rhein einen geradlinigen Verlauf, sodass sich hier viele Menschen einfach im Wasser treiben lassen können. „Durch die derzeit große Wassermenge gerät man in fünf Minuten 400 Meter weit flussabwärts“, verdeutlicht Senn die hohe Strömungsgeschwindigkeit, die mit 1100 Kubikmeter Wassermenge in der Sekunde einhergeht.

Zwischen der Wettstein- bis zur Mittleren Rheinbrücke macht der Rhein einen Bogen um 30 Grad. „Wer von der Kleinbasler Seite ins Wasser geht, wird schnell in die Mitte des Flusses hinausgetrieben“, warnt der Rettungsmann. Zudem entstünden in der trüben Tiefe sogenannte Wasserpilze, kleine Strudel, die an den Füßen der Schwimmer zu spüren seien. Auch rund um die Brückenpfeiler sei die Gefahr durch Strudel nicht zu unterschätzen. Ab der Mittleren Rheinbrücke müsse man zudem das Augenmerk auf die größeren Schiffe und Tanker richten, die eine zusätzliche Gefahr für die Schwimmer bedeuten. „Ein Tanker kann aufgrund seiner Bruttotonnen nicht schnell genug ausweichen.“

Neben der Wassermenge, der Strömung und den Aufwirbelungen in der Tiefe gibt es noch eine weitere Gefahr: Die kühlere Wassertemperatur. „Gerade wegen dieser springen viele im Sommer in den Rhein“, sagt Senn und fährt fort: „Wenn jemand bei der jetzigen Wassertemperatur von 20 Grad, ohne sich zu bewegen, mehr als 20 Minuten im Wasser aufhält, dem droht die Gefahr einer Unterkühlung. Die Muskulatur verkrampft, was ernsthafte Konsequenzen auf die Schwimmfähigkeit der Person nach sich ziehen kann.

Vermehrte Notfälle

In den vergangenen Tagen kam es wiederholt zu Notfällen, zu denen die kantonale Rettungswacht ausrücken musste. Ein Mann war bei einem Lokal in den Rhein gesprungen und unter Wasser geraten, wie die Kantonspolizei mitteilte. „Über die Umstände ist bisher nicht mehr bekannt“, erklärte Polizeisprecher Toprak Yerguz auf Anfrage.

Vor zwei Wochen konnten zwei Personen gerettet werden, die sich am Personensteiger St. Johann an einer Kette festhielten und um Hilfe riefen. Ein Mann war am darauffolgenden Tag bei der Dreirosenbrücke unter Wasser geraten und konnte nicht mehr gefunden werden.

„In jedem Jahr gibt es Höhen und Tiefen, was die Unfallstatistik im Rhein angeht“, berichtet Yerguz. „Das hängt mit den sommerlichen Temperaturen und der mitgeführten Wassermenge des Rheins zusammen.“

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