Basel Die Kunst, die Nacht und viel Emotion

Basel - Der Story eines Knastbruders im Historischen Museum lauschen. Eine Tanzperformance zwischen den nackten Statuen des Antikenmuseums erleben. Sich von Harry Potter verzaubern lassen. Im Pharmaziemuseum Handcreme selbst herstellen. Allein diese Beispiele stehen für die Vielfalt der Möglichkeiten, die die Basler Museumsnacht bei ihrer mittlerweile 19. Auflage bietet.

Am Freitag, 18. Januar, können Besucher von 18 bis 2 Uhr in 36 Museen und Kulturinstitutionen in Basel, Riehen, Münchenstein, St. Louis und Weil am Rhein auf Entdeckungstour gehen. Entscheidend bei der Beteiligung an der Museumsnacht ist für die Häuser eine gute Vernetzung via öffentlichem Nahverkehr. Mit dem Ticket ist dieser erneut kostenlos nutzbar.

Spannende Einblicke

Organisatorin Eva Keller versprach beim gestrigen Pressegespräch wieder spannende Einblicke in die Schätze der hiesigen Kulturhäuser. Das erfolgreiche Konzept werde beibehalten, so Keller, doch die Vermittlungs- und Interaktionsangebote würden sich stets weiterentwickeln, immer wieder Neues bieten. Neben leicht zugänglichen Angeboten mit Eventcharakter gibt es laut Keller auch viel Außergewöhnliches, was Konzentration und Stille erfordere. „Es warten viele Raritäten auf ihre Entdeckung.“

Immerhin 30 000 Menschen tummeln sich in den wenigen Stunden in den Museen, außerordentliche 43 Prozent davon sind Kinder und Jugendliche – sicherlich auch aufgrund des kostenlosen Eintritts bis einschließlich 25 Jahre, der dank großzügiger Sponsoren realisierbar sei. Mindestens 15 Prozent der Besucher kommen aus Deutschland und Frankreich – Tendenz steigend. „Die Museumsnacht ist ein etablierter kultureller Großanlass“, freut sich Eva Keller.

„Feststimmung“

„Feststimmung“ erlebt auch Andrea Bignasca, Direktor des Antikenmuseums alljährlich. „Es ist schließlich der einzige große gemeinsame Auftritt aller Museen, und zudem ein Anlass, an dem alle Häuser – egal wie groß und bedeutend – gleich wichtig sind.“ Besondere Situationen und Performances charakterisieren den Kulturanlass. Aber: „Hier kann jedes Haus den Fokus auf seine Kernkompetenz, seine Sammlungen legen, und nicht nur auf die meist stärker beachteten Sonderausstellungen,“ so Bignasca.

Anette Gehrig vom Cartoonmuseum freut sich über das insgesamt sehr aufgeschlossene Basler Publikum; konstatiert aber, dass der Anspruch an die Kunstvermittlung stets größer werde – Ansporn für die Programmmacher. Gerade bei der Museumsnacht erlebten die Besucher die Kunst nochmal intensiver. „Draußen die Dunkelheit, drinnen die Kunst, das ist doch sehr emotional und befördert einen lustvollen Zugang. Ich erlebe immer wieder Viele, die sehr lange vor einem Bild verweilen, sich konzentrieren und genießen.“

Von wegen verstaubt! Eher ein stiller, aber umso entdeckerfreudiger zu erlebender Raum wird in der Museumsnacht wohl das Basler Staatsarchiv sein. Es ist das Gedächtnis von Stadt und Staat und dient der Sicherung und Erforschung einzigartigen Kulturguts. An 13 Stationen gibt zur Museumsnacht Angebote, Geschichte und Geschichten zu entdecken, alte Dokumente „lesen“ zu lernen – ein willkommener Anlass für das Archiv, dokumentarische Schätze aus dem Schlummer zu wecken.

Ein weiterer eher ungewöhnlicher Entdeckerort dürfte das Basler Waisenhaus am Theodorskirchplatz sein, das jetzt 350 Jahre alt wird. Auf dem geschichtsträchtigen Areal wird der Alltag des Hauses gezeigt, es gibt Führungen, ein Quiz, ein Konzert in der Kartäuserkirche, und man kann den Berichten von Zeitzeugen lauschen.

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