Basel Die Stiftung Ermitage Arlesheim braucht Geld

Maja Tolsdorf
Schöne Aussicht in der Einsiedelei Foto: Veronika Zettler

Der Stiftung Ermitage Arlesheim und Schloss Birseck fehlt es massiv an Geld. Die Gemeinde Arlesheim hat ihre Unterstützung in Arbeitsstunden reduziert. Der Erhalt der Einsiedelei ist aber nach wie vor das gemeinsame Ziel.

Der Stiftung Ermitage Arlesheim und Schloss Birseck fehlt es massiv an Geld für den Erhalt des Anwesens, das auch von Einwohnern rege genutzt wird. Deshalb wendet sich die Stiftung mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit. Sprecher Hartmut Vetter spricht gegenüber der Basler Zeitung von einem höheren Millionenbetrag. Die Beiträge, die Bund und Kanton an die Stiftung zahlen, reichten nicht aus. Zudem hatte die Gemeinde 2022 die Leistungsvereinbarung gekündigt. Diese hatte geregelt, welche Aufgaben bei Instandhaltung und Verwaltung des Areals der Gemeinde zufallen. Seit 2023 habe die Gemeinde zudem ihre Unterstützung in Arbeitsstunden reduziert.

Aufgaben Hinterfragen

Einen Grund für Alarmismus sieht Gemeindepräsident Markus Eigenmann im Gespräch mit unserer Zeitung aber nicht. Denn die Gemeinde sei am Erhalt der Ermitage ebenso interessiert wie die Stiftung. Konkret spricht er von einer gegenseitigen Abhängigkeit und zeigt sich zuversichtlich, dass beide Akteure auch künftig weiter zusammenarbeiten, um Burgruine und Landschaftspark zu erhalten.

Spannende Wege im Landschaftspark Foto: Zettler

Die aktuelle Situation begreift er als Prozess, in dem Rollen und Aufgaben hinterfragt werden und sieht diesen auf einem guten Weg. „Wir begrüßen die Bemühungen der Stiftung, sich auf sichere finanzielle Beine zu stellen“, sagt Eigenmann. So habe sie in den vergangenen Monaten den Bedarf für den Unterhalt ermittelt und sich Gedanken darüber gemacht, wie man Mittel generieren kann. Auch die Gemeinde sei Teil dieser Arbeitsgruppe gewesen. Arlesheim selbst prüfe im regelmäßigen Turnus Aufgaben, die keine Verpflichtung seien, ob sie noch zeitgemäß seien oder eine Weiterentwicklung anstehe.

So habe sie in der Ermitage auch Pflichten, denn ein Teil des Wegenetzes ist in ihrem Besitz. Allerdings sei zu diskutieren, ob die Landschaftspflege allein Sache der Gemeinde sein müsse oder ob da auch Kanton, Bund und Dritte mehr eingebunden werden könnten. Der Kanton engagiere sich bereits im Hinblick auf die Ruine Birsig, doch es gelte zu prüfen, ob es noch weitere Fördermöglichkeiten gebe. Was die Stiftung als Besitzerin in rund 30 Jahren geleistet hat, ist auf ihrer Webseite nachzulesen. So habe sie seit 1997 viele größere und kleinere Projekte realisiert.

Sanierung der Ruine

Eines der größeren war die Komplettsanierung von Schloss Birseck im Jahr 2014, das für Besucher nicht mehr zugänglich gewesen ist. Zudem wurden die Waldhäuser, das Gärtnerhaus und der Hofladen saniert. Das letzte große Projekt war im selben Jahr die Wiedereröffnung der Waldbruderklause. Und weil die Stiftung noch weitere in Angriff nehmen muss, bittet sie um Unterstützung, um den „wunderschönen Ort zu erhalten“. Auch die Gemeinde Arlesheim stehe hinter diesem Vorhaben, denn Eigenmann hat den Wert dieses Kulturguts durchaus erkannt. „Und dabei geht es nicht nur um den Tourismus“, sagt er. Auch viele Einheimische nutzten den Landschaftspark mit seinen Waldgebieten auch für sportliche Aktivitäten.

Landschaftspark mit ganz eigenen Bildern

Schon 1789 war die vier Jahre zuvor eröffnete Ermitage ein Besuchermagnet, wie Sibylle Heydebrand im Gespräch mit unserer Zeitung sagte. In diesem Jahr waren 1500 Menschen aus 19 Ländern gekommen. Die Juristin kennt jedes Detail und führt regelmäßig Besuchergruppen durch die unter Denkmal- und Naturschutz stehende Anlage. Sie erläutert die geschichtlichen, philosophischen, literarischen und mystischen Bezüge. Denn den heutigen Besuchern erschließt sich entlang der 35 Stationen des Rundwegs die Geschichte nur noch selten auf Anhieb.

Doch der Landschaftsgarten mit Bachlauf, zerklüfteten Felsen, Höhlen, malerischen Mühlen und Fischteichen erschafft auch ohne die Historie zu kennen, ganz eigene Bilder. Und das ist kein Zufall, denn die Begründer der Einsiedelei (Ermitage), Balbina von Andlau und ihr Cousin, Domherr Heinrich von Ligertz, hatten im Grobenmatt-Tal unterhalb der Burg Birseck exakt das vorgefunden, was ihrer Idee von einem Sehnsuchtsort nahekam.

Infoabend
Am Montag, 19 Uhr, lädt die Stiftung Ermitage Arlesheim und Schloss Birseck zum Informationsanlass in der Aula Gerenmatt ein, an dem die Situation genauer erörtert werden soll. Mit dem Anlass erhofft man sich, dass das Problem stärker in die Öffentlichkeit gelangt.

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