Basel Die Zukunft ist kristallklar

Die Uhren- und Schmuckmesse Baselworld setzt im kommenden Jahr auf die Edelstein-Aussteller. Foto: zVg/Kanton Basel-Stadt Foto: Die Oberbadische

Die Uhren- und Schmuckmesse Baselworld hat für die nächste Ausgabe im kommenden Jahr zahlreiche Aussteller von Edelsteinen dazugewonnen. Nachdem große Uhrenmarken abgesprungen sind, soll die Zahl der Aussteller im sogenannten „Gems & Pearls“-Segment deutlich steigen.

Basel (sda). An der nächsten Baselworld, die vom 30. April bis zum 5. Mai über die Bühne gehen wird, sollen aus diesem Bereich mindestens 50 Aussteller mehr teilnehmen als noch an der vergangenen Ausgabe, teilte der zur MCH Group gehörende Messeveranstalter mit. Das habe sich nach Gesprächen mit Diamanthändlern, Edelsteinschneidern und Kunsthandwerkern gezeigt.

Ein Grund für das gewachsene Interesse sei, dass die Aussteller aus dem „Gems & Pearls“-Segment von der Halle 3 der Basler Messe in die besser gelegene Halle 2 wechseln werden. Die Besucher hätten vom Messeplatz und der Halle 1 aus direkten Zugang zum neuen Ausstellungsstandort.

Aussteller können auf mehr Fläche präsentieren

Außerdem könnten die Aussteller ihre Ware und ihr Handwerk neu auf einer gemeinsamen und größeren Fläche in einem runden Raum den Besuchern präsentieren, hieß es weiter. Im vergangenen Jahr stammte rund ein Fünftel der insgesamt 520 Aussteller der Baselworld aus dem „Gems & Pearls“-Bereich.

Die Baselworld ist seit längerem im Umbruch und kämpft vor allem in der Uhrenbranche gegen weitere Abgänge (wir berichteten). Nachdem in diesem Jahr die Swatch Group mit Marken wie Omega, Tissot oder Longines erstmals auf eine Teilnahme verzichtet hat, wird im kommenden Jahr auch die Marke Breitling fehlen. Die beiden Konzerne waren wichtige Pfeiler der Messe.

Ein Lichtblick ist dagegen die Rückkehr der Genfer Marke Maurice Lacroix, während Rolex die bereits starke Präsenz im Jahr 2020 noch ausbauen wird. Noch unklar ist, welchen Weg der französische Luxusgüterkonzern LVMH in Basel ab 2021 beschreiten wird. LVMH ist nach dem Swatch-Abgang mit Marken wie Hublot, Tag Heuer oder Zenith nebst Rolex der wichtigste Aussteller an der Baselworld.

Neue Ausrichtung der Baselworld geplant

Der Veranstalter will sich zudem auf die Ausrichtung von Messen konzentrieren und das Dienstleistungsgeschäft abstoßen.

Mittelfristig stehen die Messegelände in Basel und Zürich zur Disposition. Konkret werden vorerst für den Bereich „Live Marketing Solutions“ verschiedene strategische Optionen inklusive eines Verkaufs geprüft, wie die Organisatoren mitteilten.

Dabei handelt es sich um die Dienstleistungstochter der Gesellschaft, die unter anderem Strategieberatung und den Bau von Messe-Pavillons anbietet. Der Bereich steuerte im vergangenen Geschäftsjahr knapp 40 Prozent zum Umsatz der gesamten Gruppe bei und beschäftigt derzeit laut einem Firmensprecher mit rund 500 Mitarbeitern knapp die Hälfte der Belegschaft.

„Wir haben mit unseren Eigenmessen und unseren ’Live Marketing Solutions’ zwei Geschäftsfelder mit großen Entwicklungsmöglichkeiten, müssen uns aber auf Grund der beschränkten Investitionsmittel auf eines von ihnen konzentrieren“, begründete Verwaltungsratspräsident Ulrich Vischer den Schritt jüngst in einer Mitteilung.

Die Sparte, die verkauft werden könnte, sei aber sehr gut aufgestellt, wurde betont.

Die Einzelheiten des möglichen Verkaufs sind laut dem Firmensprecher noch offen. Es sei möglich, die Sparte als Ganzes oder Stück für Stück zu verkaufen, sagte er der Nachrichtenagentur AWP.

In neue Formate investieren

Die MCH Group fokussiert sich also in Zukunft auf „die Organisation von zukunftsorientierten, national und international führenden Plattformen wie Messen, Veranstaltungen oder Kongresse“. Dabei solle in den nächsten Jahren in die Weiterentwicklung bestehender Veranstaltungen und den Aufbau neuer Formate investiert werden.

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