Basel Durch die Basler Tore

Bereits das sechste Jahr in Folge öffnen die imposanten Stadttore in Basel ihre Pforten und Wehranlagen. Die Stadtführer-Organisationen bieten am Samstag, 17. August, an fünf Standorten für Besucher kostenlose Führungen oder Informationsstände rund um die Historie der alten Bauten an.

Von Denis Bozbag

Basel. „Uns ist es wichtig, den Teilnehmern geschichtliche Hintergründe zu vermitteln und nicht bloß Fakten aufzuzählen“, meint Stadtführer Mike Stoll im Gespräch mit unserer Zeitung. Der studierte Ägyptologe und Religionswissenschaftler widmet sich bereits seit mehr als 20 Jahren der Geschichte von Basel und dem Dreiland. „Die Tore dienten nicht nur dem Zweck, sich zu verteidigen. Vielmehr ging es dabei um die Kontrolle des örtlichen Marktgeschehens sowie die Einforderung von Zöllen von denen, die mit ihren Karren voller Waren durch die Anlagen mussten“, weiß Stoll.

Der Tag der Stadttore habe eine lange Tradition. Bereits Ende der 1970er-Jahre habe es immer wieder Führungen rund um die alten Türme und Wehranlagen der Stadt gegeben – jedoch mit Unterbrechungen und nie kontinuierlich. „Dies hat teilweise mit der städtischen Kulturpolitik und deren Schwerpunkte zu tun gehabt“, erklärt Stoll. Seit sechs Jahre kümmern sich die Organisatoren in Kooperation mit den Vereinigungen Stadtführer Basel, secretBasel, Verschwundenes Basel und dem Club zur Alten Klappe darum, diesen besonderen kulturellen Anlass in das Bewusstsein der Basler Bürger und der Touristen zu rufen.

„Da der Tag der Stadttore in der Vergangenheit leider oft ausgesetzt hat, fehlte die Regelmäßigkeit und das Gefühl, ein festen Termin im Jahr dafür etabliert zu haben“, beklagt der Stadtführer, der dieses Mal am Spalentor für Auskünfte bereitsteht.

„Am Spalentor selber wird es aus Sicherheitsgründen keine Führungen geben. Dafür ist dort zuviel los, um mit einer größeren Gruppe die Anlage zu erkunden.“ Trotzdem werde man mit einer Bilder-Rallye für Kinder und einem Informationsstand historische Einblicke in das Stadttor von Basel geben können, versichert der freischaffende Stadtführer und Geschichtenerzähler.

Das Spalentor war früherer Bestandteil der Basler Stadtmauer. Es ist neben dem St. Alban-Tor und dem St. Johanns-Tor – wo es Führungen geben wird – eines der drei Stadttore, die heute noch existieren.  Folgende Angebote stehen am Samstag auf dem Programm: Freie Besichtigung des Pulverturms beim Waisenhaus: Verpflegung im Garten; freie Besichtigung sowie kostenlose Führungen im St. Johanns-Tor: in Deutsch um 11 und 15 Uhr, in Englisch um 13 Uhr; freie Besichtigung sowie kostenlose Führungen im St. Alban-Tor: in Deutsch um 10, 12 und 16 Uhr, in Englisch um 15 Uhr; freie Besichtigung sowie kostenlose Führungen an der Letzimauer im St. Alban-Tal: in Deutsch um 11 und 14 Uhr sowie freie Besichtigung mit fachkundigen Referenten vor Ort beim Spalentor mit einem Infostand zur Stadtbefestigung und einer Bilder-Rallye.

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