Basel Einblicke in reiche Musiktradition

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Basel. Bereits zum achten Mal ermöglicht das Mizmorim Kammermusik Festival in Basel noch bis 23. Januar unter künstlerischer Leitung der israelischen Klarinettistin Michal Lewkowicz vielfältige Begegnungen von jüdischer und westlicher Kammermusik. Das Festival präsentiert Einblicke in die reiche Musiktradition der sefardischen Diaspora. Über 30 renommierte Künstler sind in neun Konzerten an unterschiedlichen Veranstaltungsorten in Basel zu erleben. Der Auftakt war gestern mit einem musikalischen Höhepunkt: dem Eröffnungskonzert mit dem legendären Gambenvirtuosen Jordi Savall und seinem Ensemble Hespèrion XXI. Der israelische Komponist Jonathan Keren wird als Mizmorim Composer-in-Residence neue Werke präsentieren.

Ursprung im mittelalterlichen Spanien

Im Format „Mizmorim Jazz“ wird das Basler Vein Trio zudem spanische Musiktraditionen auf eine zeitgenössische Jazztradition treffen lassen. Und bei „Mizmorim Kids“ präsentiert das Ensemble Zefirino mit dem Schauspieler Adrian Kurmann ein ritterliches Musikabenteuer rund um den tragischen Helden Don Quijote.

Die sefardische Musik hat ihren Ursprung im mittelalterlichen Spanien. Im selben Jahr, in dem Christoph Kolumbus Amerika entdeckte, nahm das goldene Zeitalter jüdischer Ansiedlung auf der iberischen Halbinsel ein jähes Ende. Wer der Zwangskonversion zum Katholizismus zu entkommen suchte, musste sich in benachbarte Länder flüchten. Unzählige Juden ließen sich in Italien, Südfrankreich sowie im Gebiet Nordafrikas und des Osmanischen Reiches nieder. In der neuen Heimat pflegten sie die Sprache, Gebräuche und Kultur ihres Herkunftslandes – so auch die Musik.

Die achte Ausgabe des Mizmorim Kammermusik Festival versammelt zum Thema „Diáspora Sefardí“ eine breit gefächerte Auswahl von Klassikern der iberischen Musiktradition sowie Raritäten aus der sefardischen Diaspora, deren Musik sich im Laufe der Jahrhunderte unter den kulturellen Einflüssen der Ansiedlungsländer weiterentwickelte.

Das 2015 gegründete Mizmorim Kammermusik Festival ist das einzige Kammermusikfestival der Region Basel und verdankt seinen Namen den jüdischen Psalmen, hebräisch Mizmorim.

Das Programm

Am Freitag, 21. Januar, 12.15 Uhr, Zunftsaal im Schmiedenhof, findet das Konzert II „Canciones sefardíes“ statt, unter anderem mit einer Uraufführung der Four Spanish Homages für Klarinette, Gitarre und Violoncello (2021). Außerdem werden Werke von Léon Algazi, Joaquín Rodrigo und Luigi Boccherini gespielt. Es folgen Konzerte um 18.30 und 20.30 Uhr.

Am Samstag, 22. Januar, findet dann im Gare du Nord um 18 Uhr ein Podiumsgespräch über die Musik der Diáspora Sefardí statt, gefolgt vom Konzert um 19 Uhr „Musica notturna“ mit Werken von Boccherini, Milhaud und Ravel. Um 21 Uhr findet das Konzert VI „Luz de Andalucía“ statt. Der Komponist Mauricio Sotelo blickt auf die Geschichte und Entwicklung des andalusischen Flamencos, auf dessen tiefe Melancholie und Unruhe, aber auch auf dessen Hoffnung und Zuversicht.

Zum Abschluss am Sonntag, 23. Januar, sind im unternehmen mitte um 10 und 11.30 Uhr Konzerte, auch mit den Mizmorim Kids. Das Ensemble Zefirino lädt die jüngsten Zuschauer dazu ein, in die imaginäre Welt des Don Quijote einzutauchen. Spanische Klänge aus Georges Bizets Carmen begleiten dabei musikalisch die Abenteuer des Don Quijote.

Im Tabourettli endet das Festival um 17 Uhr mit Mizmorim Jazz: spanische Musiktraditionen treffen auf die zeitgenössische Interpretation des Basler Vein Trio.  www.mizmorim.com

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