Basel Eine Flut an Glücksgefühlen

Die Basler Dreikönigsschwimmer ließen sich auch vom Schneegestöber nicht abhalten. Rund 25 hartgesottene Winterschwimmer planschten am Mittwoch im Rhein. Foto: Michael Werndorff

Basel -  Corona, ein wolkenverhangener Himmel, Schneetreiben und knapp sechs Grad Wassertemperatur: Nicht die besten Voraussetzungen, dennoch ließen sich die Basler Dreikönigsschwimmer am Mittwoch nicht von ihrem nasskalten Vergnügen abhalten. Coronakonform und unter Einhaltung der Sicherheitsabstände kamen gut 25 hartgesottene Winterschwimmer am Kleinbasler Rheinufer auf Höhe der St. Alban-Fähre zusammen.

„Es werden jedes Jahr mehr Teilnehmer“, freuen sich die Initiatoren Dora Moser und ihr Partner Torio Bauer im Gespräch mit unserer Zeitung. Auf die Idee kamen die beiden, als sie vor vier Jahren einen Bade-Film gedreht haben, um Freunden und Bekannten ein frohes neues Jahr zu wünschen. Die Reaktionen der Schaulustigen sei damals schon durchweg positiv gewesen. Da lag der Gedanke, eine gemeinsame Schwimmveranstaltung zu organisieren, auf der Hand. „Eigentlich schwimmen wir das ganze Jahr über im Rhein“, meint Bauer. Zudem lade man Interessierte ein, die nicht alleine im Rhein schwimmen wollen oder können, in der Gruppe diese Erfahrung zu machen. „Vor Jahr zu Jahr wird die Winterschwimmerei in Basel mehr. Wir haben da etwas ausgelöst“, sagt Bauer.

Und was ist das Besondere am Schwimmen im Winter? „Es ist eine elementare Erfahrung, es geht ums Leben an sich“, verrät Bauer. „Wie bleibe ich gesund, und was passiert mit meinen Körper?“, fasst es der Organisator zusammen. Für manche Teilnehmer habe das Winterschwimmen schon Suchtcharakter. Wer sich überwinde, erlebe eine Flut an Glücksgefühlen.

Allerdings sei nicht jedem das Schwimmen im Winter empfohlen, weiß Markus Lehmann. Menschen mit Herzproblemen, Gicht und psychischen Erkrankungen sollten Abstand davon nehmen. Auch sollten erste Erfahrungen nicht in einem Fließgewässer gemacht werden. Lehmann rät zu Wechselduschen und dem langsamen Herantasten an kalte Temperaturen.

Badevergnügen ist nur von kurzer Dauer

Ein Unerfahrener sollte sich keinesfalls alleine in den kalten Rhein begeben. „Für mich ist Schwimmen im eiskalten Rhein jedes Mal ein Aha-Erlebnis.“ Es sei eine Explosion der Gefühle, sagt der Basler, der sich bei Wind und Wetter in die Fluten stürzt.

„Wenn man es falsch macht, dann kann es sogar tödlich enden“, warnt Bauer. Keinesfalls dürfe man wagemutig in den kalten Rhein springen. „Wir gleiten langsam ins Wasser, jeder schaut dabei, dass das Atmen ganz normal weitergeht.“

Die Strecke könne und sollte auch nach eigenem Empfinden verkürzt werden, wenn es Schwimmer nicht mehr aushalten. Anders als im Sommer ist nicht erst bei der Dreirosenbrücke wieder Landgang. Im Winter endet das Badevergnügen bereits nach 100 Metern, denn: Bei solchen Temperaturen beginnt die Haut schon nach wenigen Sekunden zu schmerzen.

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