Basel Einkommen der Schweizer sinkt

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Basel - Die Corona-Pandemie wird sich in den meisten Schweizer Portemonnaies bemerkbar machen. Das Einkommen der Bevölkerung soll sich im laufenden sowie im kommenden Jahr um rund 1700 Franken pro Kopf schmälern, wie die Konjunkturforscher der BAK Economics mit Sitz in Basel nun errechnet haben.

Die Basler Wirtschaftsexperten bestätigten gestern auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA ihre gemachten Äußerungen gegenüber der „Neuen Zürcher Zeitung“. Aufgrund der Corona-Pandemie sei von erheblichen Ausfällen bei Arbeitnehmerentgelt, beim Einkommen von Selbstständigen und auch bei den Vermögenseinkünften auszugehen.

Einzelne Branchen sind stärker betroffen

Neben effektiven Jobverlusten schlage insbesondere die Kurzarbeit zu Buche. Maßnahmen wie die ausgebaute Kurzarbeitsentschädigung können die Einkommensverluste zwar teilweise kompensieren, wie es auf Anfrage hieß. „Alles in allem dürften die verfügbaren Einkommen in diesem Jahr jedoch um rund 2,5 Prozent sinken“, stellten die BAK-Ökonomen klar.

Wo die Unterbeschäftigung am größten sei, also bei Kurzarbeit oder Jobverlusten, sollen auch die Einkommenseinbußen am höchsten ausfallen. Besonders düster ist nach Ansicht der Experten die aktuelle Situation im Gastgewerbe, im Tourismus, im Veranstaltungsbereich, bei den personenbezogenen Dienstleistungen und in Teilen des öffentlichen Verkehrs.

Die weltweite Rezession aufgrund der Corona-Pandemie dürfte allerdings auch vermehrt exportorientierte Industriebetriebe treffen. Und selbst in der hochbezahlten Finanzbranche sagen die BAK-Ökonomen Entlassungen voraus.

Im kommenden Jahr sei zwar bei der Einkommensentwicklung ein Aufholeffekt zu verzeichnen. Über beide Jahre zusammen ergibt sich laut BAK jedoch mehr oder weniger eine wirtschaftliche Stagnation. Gegenüber einer Situation ohne Covid-19 bedeute dies in den Jahren 2020 und 2021 einen Einkommensverlust von rund 15 Milliarden Franken zulasten der Schweizer Bevölkerung.

Angesichts der coronabedingt sinkenden Einkommen empfehlen die Konjunkturforscher, die Einkommenssicherungen weiterzuführen und weitere Maßnahmen aktiv in die Wege zu leiten, die eine zweite Welle verhindern oder dieser entgegenwirken könnten, aber auch solche, die vorübergehend die schwächelnde Konjunktur und die abnehmende Nachfrage stützten.

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