Basel Entspannt „dr Bach ab“

Foto: Michael Werndorff Foto: Die Oberbadische

Die sommerlichen Temperaturen locken derzeit viele Schwimmer in den Rhein bei Basel. Dabei ist Vorsicht geboten, weiß Philipp Binaghi von der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG). Diese sorgt bei der am Dienstag stattfindenden 39. Ausgabe des Basler Rheinschwimmens für Sicherheit.

Von Michael Werndorff

Basel. „Traue ich es mir zu, in einem Fließgewässer zu schwimmen, oder eher nicht?“ Diese Frage müsse sich jeder stellen, der am Dienstag am begleitenden Rheinschwimmen teilnehmen will, sagt Binaghi im Gespräch mit unserer Zeitung. „Unsichere Schwimmer sollten lieber auf den Sprung in den Rhein verzichten und Abkühlung in einer Badi suchen“, rät der Mediensprecher Vorsicht und Vernunft walten zu lassen. Denn der Rhein sei nur etwas für gute Schwimmer. Nicht ohne Grund, denn die Gefahr schwimmt mit. So wurden vor drei Wochen innerhalb weniger Stunden drei Tote aus dem Oberrhein geborgen.

In Basel gab es diesen Sommer schon zwei Vorfälle, bei denen das Verschwinden zweier Schwimmer gemeldet wurde, über deren Verbleib es aber keine Erkenntnisse gebe, erklärt Toprak Yerguz, Mediensprecher der Polizei Basel-Stadt. Darüber hinaus wurden Ende Juli zwei Schwimmer beim Schiffanleger St. Johann aus dem Rhein gerettet. Die starke Strömung hatte sie durch die Schifffahrtsrinne auf die Großbasler Seite getrieben.

Personenrettung ist nur ein kleiner Teil

„Wir zählen jedes Jahr rund zwei bis drei Dutzend Einsätze auf dem Rhein“, erklärt Yerguz auf Nachfrage. Die Personenrettung mache dabei aber nur einen kleinen Teil aus. Bei Einsätzen federführend ist die Basler Berufsfeuerwehr, die mit der Kantonspolizei, dem Grenzwachtkorps und den Schweizerischen Rheinhäfen zusammenarbeitet. „In jedem Jahr gibt es Höhen und Tiefen, was die Unfallstatistik im Rhein angeht“, berichtet Yerguz. „Das hängt mit den sommerlichen Temperaturen und der mitgeführten Wassermenge des Rheins zusammen.“

Laut Binaghi können Badeunfälle unter anderem von folgenden Ursachen herrühren: Unterkühlung, Selbstüberschätzung, Drogen- und Alkoholkonsum, gesundheitliche Probleme und mangelnde Schwimmkenntnisse. Zwar sorge die SLRG am Dienstag wieder für Sicherheit, „der Rhein ist aber ein starkes Fließgewässer und daher nur für gute Schwimmer geeignet.“

Flüsse und Seen würden immer Gefahren bergen, Risiken ließen sich aber reduzieren, weiß Binaghi. Ist das Gewässer unbekannt, sollte der Schwimmer die Strecke am Ufer zunächst abschreiten und nach eventuellen Hindernissen Ausschau halten. „Ist man erst einmal im Wasser, kann es zu gefährlichen Überraschungen kommen“, verweist der Experte nicht nur auf Schiffe, Bojen und Brückenpfeiler, von denen man stets Abstand halten müsse, sondern auch auf Hindernisse unter Wasser, die man vom Ufer aus eher erkennen könne. „So lassen sich gefährliche Stresssituationen vermeiden und das Schwimmen genießen.“ Wichtig sei es, die sechs Baderegeln zu befolgen (siehe Infokasten) und die Schwimmverbotszonen im Rhein nicht zu ignorieren. Auch sollte beachtet werden, dass Schwimmhilfen mit Ausnahme des offiziellen Schwimm-Sacks nicht gestattet sind.

 Das 39. offizielle Rheinschwimmen startet am Dienstag, 13. August (Ausweichdatum: 20. August), um 18 Uhr auf der Höhe des Schaffhauser Rheinwegs. Letzte Ausstiegsmöglichkeit ist vor der Dreirosenbrücke.

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