Basel Erde am Limit

 Foto: zVg/Costas Maros

Basel - Informieren und aufklären, wachrütteln und nachdenklich machen: Das will die neue Sonderausstellung „Erde am Limit“ im Naturhistorischen Museum in Basel.

Unter dem Titel „Erde am Limit“ wird aufgezeigt, wie der Mensch als Teil der natürlichen Umwelt Einfluss genommen hat auf die Ökosysteme der Erde und welche Konsequenzen daraus resultieren.

Bei der neuen Schau, die von heute an bis zum 30. Mai 2021 gezeigt wird, handelt es sich um eine in drei Jahren entstandene Eigenproduktion. Maßgeblich verantwortlich zeichnete Kurator Mathias Kölliker nebst den beiden Co-Direktoren des Hauses Basil Thüring und David Alder. Angesichts des Ausstellungsthema hat Kölliker großen Wert auf den Aspekt Nachhaltigkeit gelegt. Im Fokus war dabei nicht nur die Nachhaltigkeit in der Präsentation von Daten, Fakten, Kreisläufen und Entwicklungen, sondern auch die Nachhaltigkeit bei der Verwendung von Materialien für die Schau.

Vogelgezwitscher stimmt Besucher ein

„Da haben wir viele schon einmal verwendete Teile zu einem neuen Leben erweckt“, zeigt sich Kölliker stolz. Beispielsweise wurde ein Gewächshaus aus einer früheren Tinguely-Schau aufgebaut, dies aber als kleine Labor- und Messeinrichtung, um den Treibhauseffekt anschaulich vor Augen zu führen.

Überdies ist die Produktion als Wanderausstellung konzipiert, sodass sie auch nach der Präsentation in Basel in anderen Städten gezeigt werden kann.

„Erde am Limit“ ist wie eine Art besonderes Erlebnis konzipiert worden. Gleich nach dem Eingang im oberen Stockwerk des Museums erwartet den Besucher ein abgedunkelter Raum, auf den sich die Menschen auf individuelle Art einlassen können. Vogelgezwitscher und Waldgeräusche sollen einstimmen auf die Groß- und Einzigartigkeiten der Natur, die in Jahrmillionen auf der Erde entstanden ist und die im Gleichgewicht war bis der Mensch überall eingegriffen hat.

„Unsere Ausstellung soll zeigen, dass der Mensch nicht der Herrscher über die Natur ist, sondern nur ein Bewohner neben vielen, vielen anderen“, hofft der Kurator. Die Natur könnte auch ohne den Menschen existieren, meint Kölliker, der sich seit drei Jahren mit diesem Projekt befasst, das auf dem Konzept der Ausstellung „Reiseziel Erde“ aufgebaut und weiterentwickelt wurde. Zuletzt wurde auch das hochaktuelle Thema Covid-19-Pandemie in die Ausstellung integriert.

Raum für Raum öffnet die Augen

Ansonsten macht die attraktive Inszenierung die großen Zusammenhänge in der Natur verständlich und räumt gleichzeitig Missverständnisse aus, klärt hingegen mit Fakten auf.

Die vielseitige Thematik wird aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, etwa im Raum „Übernutztes Land“, „Wasser“, „Umweltverschmutzung“ und Etliches mehr. Raum für Raum öffnet die Schau die Augen für eine andere Facette der Probleme, die allein der Mensch in den vergangenen knapp zwei Jahrhunderten zu verantworten hat.

Begleitet wird die Ausstellung von einem umfangreichen Rahmenprogramm. Dazu gehört neben Vorträgen und Diskussionsrunden auch eine „After Hour-Bar“ (soweit Corona dies zulässt). Eine originelle Idee ist zudem die Einrichtung eines „Öko-Beichtstuhls“. „Wer will, kann sich hier seine Umweltsünden von der Seele reden“, hofft der Kurator auf rege Nutzung. Weiterhin gibt es am Ende der Schau eine Wand, an der die Besucher ihre Ideen und Ratschläge zur Rettung des „blauen Planeten“ aufschreiben können.

  • Weitere Informationen:Die Ausstellung „Erde am Limit“ im Naturhistorischen Museum Basel dauert bis 30. Mai 2021. Weitere Infos finden Interessierte im Internet unter www.nmbs.ch/home.

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