Basel Freie Fahrt für Frachtschiffe

 Foto: Die Oberbadische

Basel - Die Coronakrise hat auf nahezu alle Wirtschaftszweige und Transportwege Auswirkungen. Auch die Schifffahrt bekam mit der Nachtschließung der Schleusen am Oberrhein oberhalb von Kembs Einschnitte zu spüren. Mit der Rückkehr zum 24-Stunden-Betrieb können die Reedereien wieder aufatmen, wie von der Schweizerischen Vereinigung für Schifffahrt und Hafenwirtschaft (SVS) zu erfahren ist.

Mit der Nacht-Schließung der Schleusen am Oberrhein hat die Schifffahrt sowie die Häfen oberhalb von Kembs durch die Einschränkung massiv gelitten, heißt es seitens der SVS. Deshalb habe man sich mit Nachdruck für eine Öffnung stark gemacht. Nun sei man erleichtert, dass die Schiffe wieder 24 Stunden am Tag geschleust würden. Der Rhein könne seiner wichtigen Rolle als Hauptachse der Binnenschifffahrt in Europa und für die Landesversorgung der Schweiz wieder voll und ganz gerecht werden, heißt es weiter.

Strecke unterbrochen

Die Schleusenbetreiber, Voies navigables de France (VNF) und Électricité de France (EDF) hatten den Betrieb der Schleusen aufgrund der Coronavirus-Pandemie, die das Elsass und die Region Grand-Est besonders schwer traf, ab der Nacht vom 1. auf den 2. April jeweils von 21 bis 5 Uhr unterbrochen. Die für die Schleuse Iffezheim zuständige deutsche Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) zog nach. Die Teilsperrung hatte enorme Auswirkungen auf den Güter- und vor allem den Containerverkehr von und nach den Schweizer Rheinhäfen, aber auch den Häfen Weil am Rhein und Mulhouse.

Die Branche, die ohnehin schon stark von der Wirtschaftskrise im Zusammenhang mit Corona betroffen ist, verlor in der Berg- als auch Talfahrt zwischen Iffezheim und Basel je 24 Stunden. Sie riskierte, die Anschlüsse in den Seehäfen zu verpassen, und musste die Fahrpläne anpassen.

Probleme bestanden laut SVS auch in der Auslastung der Schiffe: Exportschiffe, die Freitags ab Basel fahren, konnten am Samstag nicht mehr in Straßburg zuladen, da das dortige Terminal nur sehr beschränkt am Samstagmorgen arbeitet und sonntags gar nicht. Dadurch musste extra Schiffsraum ab Straßburg gechartert werden.

Schutzmaterial verteilen

Die Corona-Pandemie stellt auch die SVS vor Herausforderungen und neue Aufgaben: Die Geschäftsstelle musste notfallmäßig dafür sorgen, dass die im Hafen tätigen Unternehmen, die Reedereien und diejenigen Mitarbeiter der Schweizerischen Rheinhäfen, die in direktem Kundenkontakt stehen, mit dem nötigen Schutzmaterial ausgerüstet werden konnten.

Vor allem zu Beginn des Lockdowns mangelte es an Desinfektionsmittel, Masken und Handschuhen. Es konnte schnell Abhilfe geschaffen werden, wobei vor allem die reibungslose Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen im Kanton Basel-Stadt hervorzuheben ist, wie von der SVS zu erfahren ist. Weil „draußen“ oft keine ausreichende Möglichkeit bestand, sich regelmäßig mit warmem Wasser die Hände zu waschen, bestand laut SVS ein erhöhter Bedarf an Desinfektionsmittel. Verständlicherweise forderten auch verschiedene Kunden der Rheinschifffahrt Zusicherungen, dass genügend Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden.

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