Basel Für den Notfall gut gewappnet

Basel - Ein Großbrand in der weltweit bekannten Pariser Kathedrale Notre-Dame hat für große Schäden gesorgt. Die Dachkonstruktion und ein Spitzturm wurden ein Raub der Flammen. Die Gefahr eines Großbrands ist beim Basler Münster deutlich kleiner, wie der Münsterbaumeister Andreas Hindemann im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt.

„Ich war sehr bestürzt, als ich vom Feuer an Notre-Dame in Paris erfahren habe“, sagt Hindemann, der das Inferno am Montagabend am TV-Bildschirm verfolgte. „Ich musste sofort an die Zerstörungen von Sakralbauten während des Zweiten Weltkriegs denken.“ Damals sei vieles verloren gegangen, später aber wieder aufgebaut worden – vor dieser Herausforderung stehe nun auch Paris. Allerdings: „Eine Replik ist nie dasselbe wie das Original“, bedauert er. Das treffe auch auf das Basler Münster zu. In seiner tausendjährigen Geschichte blieb es nicht vor einem Brand verschont: 1185 brannte das Münster teilweise ab, und im Jahr 1356 wurde es durch das große Erdbeben stark in Mitleidenschaft gezogen.

Notfallplan steht

Zwar konnte die Pariser Feuerwehr vieles retten, doch Löschwasser und einstürzende Dachtrümmer haben ebenfalls für große Schäden innerhalb der Kathedrale gesorgt. Nun gehe es darum, die Situation zu analysieren und ein Konzept für den Wiederaufbau zu erstellen. Das Wissen um die traditionellen Handwerkstechniken bei Steinmetzen und Zimmerleuten sei jedenfalls vorhanden, weiß der Münsterbaumeister.

Für das Basler Münster gibt Hindemann jedenfalls Entwarnung. Die Gefahr eines Ereignisses wie in Paris sei beim Münster wesentlich geringer, weil es nicht so viel Brandlast gibt wie in der Kathedrale von Notre-Dame. Der ursprünglich aus Holz bestehende Dachstuhl wurde nämlich im Jahr 1888 durch eine Metallkonstruktion ersetzt. Außerdem habe man mit der Basler Feuerwehr ein Notfall-Szenario erarbeitet. „Unsere Brandmeldeanlage löst direkt bei der Feuerwehr Alarm aus“, erklärt Hindemann. Die Wehr kenne sämtliche Wasserstellen und Zugänge genau. Auf einen Notfall sei man bestmöglich vorbereitet.

Zeichen der Solidarität

Gestern haben in ganz Europa die Kathedralen und Dome mit Glockengeläut auf Initiative der Vereinigung der Europäischen Dombaumeister um 12 Uhr Solidarität mit Paris bekundet. „Das ist ein schönes Zeichen in einer schwierigen Zeit“, meint der Basler Münsterbaumeister.

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