Basel Für pragmatische Lösungen

Nachdem das Rahmenabkommen mit der EU nicht zustande kam, setzen sich Vertreter aus Politik und Wirtschaft für pragmatische Lösungen ein. Foto: zVg/Juri Weiss

Nach dem Scheitern eines institutionellen Rahmenabkommens bringt die Metropolitankonferenz Basel (MKB) gegenüber dem Schweizer Bundesrat ihre Sorgen um den Unternehmensstandort im Raum Basel zum Ausdruck. Akteure aus Politik und Wirtschaft sprechen sich für pragmatische Lösungen und die Wiederaufnahme von Gesprächen zugunsten des hiesigen Wirtschafts- und Lebensraums aus.

Basel. Das Scheitern des Institutionellen Rahmenabkommens stelle den Metropolitanraum Basel vor große Herausforderungen. Die hier ansässigen Unternehmen könnten erheblich in ihrer Wettbewerbsfähigkeit eingeschränkt werden. Der innovative und starke Wirtschaftsraum Nordwestschweiz hänge in hohem Maße von durchlässigen Grenzen für Personen und Waren ab, heißt es in einer Mitteilung von gestern.

Neue Abkommen

Einzelne Verträge und Kooperationsbereiche drohten an Wirkung zu verlieren, wenn sie nicht erneuert würden. Dazu gehörten das Abkommen über den Abbau der technischen Handelshemmnisse in der Medizinalbranche, wo bereits erste Handelshürden eingetreten seien. Sowie die Forschungszusammenarbeit, welche durch die Zurückstufung der Schweiz bei „Horizon Europe“ zu einem nicht-assoziierten Drittstaat zu erodieren drohe.

Aber auch in wichtigen neuen Bereichen, wie etwa beim Strom oder der Gesundheit, brauche es schnell neue Abkommen, heißt es weiter.

Appell an den Bundesrat

Für den Regierungspräsidenten des Kantons Basel-Stadt und MKB-Präsidenten Beat Jans hängt der wirtschaftliche Erfolg des trinationalen Metropolitanraums Basel in erheblichem Maß von guten Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU ab, so wie sie im Kleinen in der trinationalen Zusammenarbeit mit Deutschland und Frankreich exemplarisch vorgelebt würden.

„Mit unserem Appell an den Bundesrat möchten wir die Dringlichkeit für ein schnelles Handeln im Interesse unseres Wirtschaftsraumes unterstreichen, sei dies im Handel, bei der Mobilität oder im Bereich der Forschung“, betont Jans.

Pragmatische Ansätze

Die MKB erwarte von Bundesrat und Parlament, dass die Schweiz mit gutem Willen pragmatische Lösungen anstrebt, um den bilateralen Weg weiterzuführen. Sowohl die EU, als auch die Schweiz müssten Kompromissbereitschaft zeigen und sich an den gemeinsamen Interessen orientieren.

In einer Mitteilung von gestern erklärt FDP-Bundestagsabgeordneter Christoph Hoffmann: „Für unsere wirtschaftliche Zukunft ist es dringend nötig, wieder ins Gespräch zu kommen, auch abseits der EU. Die Verhältnisse dürfen sich nicht verschlechtern. Niemand weiß das so gut wie die Bewohner entlang der Grenze. Ich begrüße den Aufruf der Metropolitan Konferenz Basel. Wir brauchen pragmatische Ansätze.“

ZEITUNG lesen, MEINUNG bilden, WÄHLEN gehen! Jetzt 4 Wochen für einmalig ab 4 Euro lesen.

  • Bewertung
    2

Umfrage

Corona-Test

Diese Woche soll eine neue Corona-Verordnung verabschiedet werden, die ab einem Grenzwert eine 2G-Regel (geimpft/genesen) vorsieht? Was halten Sie davon?

Ergebnis anzeigen
loading