Basel Ganz schön tierisch!

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 Foto: Ruedi Habegger

Basel. In der Sonderausstellung „tierisch! Tiere und Mischwesen in der Antike“ tauchen die Besucher ein in das Reich der wilden Tiere und furchteinflößenden Mischwesen, die seit jeher unsere Fantasie beflügeln, und begegnen den antiken Helden, die sich stellvertretend für die Menschen und die geltende Norm den gefahrenbringenden Wesen mutig entgegenstellen.

„Mensch – Tier“

Der erste Teil der Ausstellung „Mensch – Tier“ handelt vom Stellenwert der Tiere, die in den antiken Kulturen zugleich Lebensgrundlage und Gefahrenquelle sind. Als Fleisch-, Milch- und Wolllieferanten, als Arbeitstiere und Transportmittel sind sie aus der landwirtschaftlichen Lebensweise nicht wegzudenken. Daher sind Tiere in allen antiken Zivilisationen der mediterranen Welt ein Synonym für die Grundbedürfnisse des Lebens.

Gleichzeitig verkörpern wilde, unbekannte Tiere und Kreaturen eine fremde, gefährliche und chaotische Welt, gegen die sich die Zivilisation behaupten muss. Dieses ambivalente Verhältnis findet seinen Niederschlag auch in der religiösen Vorstellungswelt. Zahlreiche Kulturen, antike wie nachantike, siedeln Tiere aufgrund ihrer Überlegenheit und außergewöhnlichen Fähigkeiten in den Sphären des Göttlichen an. So repräsentieren Tiere göttliche Eigenschaften oder erscheinen als Begleiter von Gottheiten und unterstreichen deren absolute Macht.

Die Auseinandersetzung der Menschen mit den Tieren, ihren beobachteten oder vermeintlichen Eigenschaften, ihrer Kraft und Stärke, gipfelt schließlich in der Erschaffung von Mischwesen und monströsen Kreaturen, die die Bildwelt der Antike entscheidend prägen.

Hybride Wesen vereinen die gefährlichsten Fähigkeiten verschiedener Tiere, einige weisen auch menschliche Teile auf. Diese ‚Ungeheuer‘ gehören in eine Welt, die zwar entfernt, aber nicht gänzlich der Fantasie zuzuordnen ist, und unterstreichen für den antiken Betrachter deren Gefährlichkeit und Fremde.

Die gängigsten Mischwesen, wie Kentauren, Greifen, Sphinx und Chimaira, die im zweiten Raum präsentiert werden, entstehen zwischen dem 7. und 6. Jahrhundert v. Chr., als die Griechen durch Handelstätigkeiten und Koloniegründungen mit Kulturen in entfernten Regionen wie dem Schwarzmeergebiet oder Kleinasien in Kontakt kommen. Ihren Ursprung haben sie jedoch im Vorderen Orient und in Ägypten.

Noch heute üben Mischwesen eine große Faszination aus. In modernen Interpretationen sind sie in zahlreichen Filmen und der Gaming-Industrie zu finden. Antike Helden wie Herakles, Ödipus und Theseus sind Vertreter der Menschen und der Norm und begegnen in zahlreichen Mythen den gefahrenbringenden Ungeheuern. Sie bekämpfen sie mit Mut, Kraft und List.

„Mensch vs. Wild“

Der letzte Teil der Ausstellung „Mensch vs. Wild“ zeigt diesen ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen der bekannten Welt und den potenziell gefährlichen Randgebieten, die eine existenzielle Bedrohung für die damalige Gemeinschaft und deren kultureller Errungenschaften darstellen. Mythen wie „Ödipus und das Rätsel der Sphinx“ oder „Herakles‘ Kampf gegen die vielköpfige Hydra“ dienen als identitätsstiftende Metaphern, deren Ziel es ist, den Gegensatz zwischen Natur und Kultur zu veranschaulichen.

Für Kinder und Familien

Für das junge Publikum wurde ein spezieller Ausstellungsrundgang entwickelt: Mahan, der schöne Hirsch, begleitet Kinder und Familien durch die Ausstellung. Ein illustrierter Faltplan, spezielle Vitrinen, Tiergeschichten und gruselige Mischwesen warten darauf von Groß und Klein entdeckt zu werden.

Begleitprogramm

Passend zur Sonderausstellung findet ein abwechslungsreiches Begleitprogramm statt.

„tierisch!“ ist eine Kooperation von Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig, Historisches Museum Basel, Museum der Kulturen Basel und Pharmaziemuseum der Universität Basel.  Ausstellung „tierisch! Tiere und Mischwesen in der Antike“ im Antikenmuseum Basel, bis 19. Juni 2022 im Antikenmuseum Basel, Di/Mi, 11−17 Uhr, Do/Fr, 11−22 Uhr, Sa/So, 11−17 Uhr; Gratiseintritt: Donnerstag und Freitag ab 17 Uhr, Samstag und Sonntag ganztags; Kinder unter 13 Jahre gratis

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