Basel Gemeinsam wachrütteln

Basel - Jugendliche aus Basel haben am Donnerstag auf dem Kasernenareal ihre Zelte aufgeschlagen: Anlässlich der gestrigen weltweiten Klimastreiks setzen sie sich für einen Wandel ein. Zur Demonstration in der Basler Innenstadt kamen rund 2000 Teilnehmer.

„Die Nacht war kalt und stürmisch“, sagt die 18-Jährige Silia, die mittags noch ein bisschen müde aussieht. „Fast hätte es die Zelte weggeweht.“ Die Schülerin hat vorausgedacht: Ausgerüstet mit Thermounterwäsche und mehreren Lagen Kleidung ließ sich auch die kalte Nacht aushalten. Von rund 100 Aktivisten, die abends beim Camp zusammensaßen, blieb rund die Hälfte auch über Nacht. „Es ist wichtig, dass wir uns einsetzen“, erklärt Silia: „Der älteren Generation sind wir total egal.“

„Die Stimmung im Camp ist super“, freut sich Birk Schöpfer (18). Dass er und seine Altersgenossen sich gemeinsam für das Klima stark machen, findet er eine „super Sache“. Er kann nicht verstehen, weshalb Schweizer Supermärkte sich vor dem Umstieg auf „Zero Plastic“ drücken. „Ein Discounter in England hat das längst umgesetzt“, erklärt der Azubi aus Basel. Dass die Zelte nicht ganz legal aufgestellt sind, stört Birk nicht: „Deswegen ist das ja ein Streik.“

Klimanotstand in Basel

„Basel ist die erste Stadt in der Schweiz, die den Klimanotstand ausgerufen hat“, erklärt die 16-jährige Anna, die unter anderem für die Organisation der Demo mitverantwortlich war. „Seitdem wird der Notstand aber nur größer – deshalb müssen wir dranbleiben.“

Die Initiative der Basler Schüler – die meisten von ihnen sind zwischen 15 und 19, ein paar Studenten sind auch dabei­­ – sei ziemlich plötzlich entstanden, erinnert sich Anna. „Wir sind alle mega-motiviert“, betont sie. Das Klimacamp sei das bisher größte Projekt der Gruppe. Workshops zu Themen rund um Klimaschutz und Konsumverhalten regen die jungen Leute zum Diskutieren und Nachdenken an. Konzerte bis nachts sorgen anschließend für Partystimmung.

Veganes Essen im Camp

Zu essen gibt es veganes Couscous mit Gemüse, dazu Brot vom Vortag. „Wir containern“, erklärt ein Jugendlicher, der gerade das Geschirr spült. Lebensmittel, die in Lokalen oder Märkten nicht mehr verwendet werden können, erhalten die jungen Leute entweder kostenlos oder zum kleinen Preis. „Das spart Geld und Ressourcen.“

Bisher wurde an den „Fridays for Future“-Demos stets kritisiert, dass sie freitags zu Schulzeiten stattfinden. Wozu im Mathe-Unterricht sitzen, wenn man mit seinen Freunden durch die Stadt laufen kann? Diesen Vorwurf kann man den Schweizern an diesem Freitag allerdings nicht machen: Es sind noch Fasnachtsferien.

„Wir sind hier, wir sind laut“

Gegen 13 Uhr ist der Münsterplatz gut gefüllt: Rund 2000 junge und alte Klima-Demonstranten mit selbstgemachten Plakaten trotzen dem bitteren Wind.

„Die Schweiz ist zwar von der Größe her auf Weltrang 130, in Sachen CO2-Emissionen jedoch auf Platz 6“, betont Rednerin Celina. Sie ruft ins Megafon: „Was wollen wir und wann wollen wir es?“ Die Menge antwortet: „Klimagerechtigkeit! Jetzt!“

Unter der Parole „Wir sind hier, wir sind laut – weil man uns die Zukunft klaut“, setzt sich die Demonstration in Bewegung. Die Aktivisten ziehen durch die Innenstadt bis zum Klimacamp auf dem Kasernenareal.

Einige Passanten auf der Freien Straße bleiben stehen und beobachten die Demonstranten, einige machen Videos auf ihrem Smartphone. „Der Einsatz der jungen Leute ist vorbildlich“, findet eine Frau aus dem Elsass.

Sie möchten alle Nachrichten aus Ihrer Gemeinde lesen?
Dann testen Sie unser ePaper – 3 Wochen völlig gratis und unverbindlich! Klicken Sie HIER.

  • Bewertung
    0

Newsticker

blank

Umfrage

<!-- 'image.alt' is undefined -->

Bundestrainer Joachim Löw hat die Fußballnationalmannschaft verjüngt und die Spieler Müller, Boateng und Hummels ausgetauscht. Finden Sie das gut?

Ergebnis anzeigen
loading