Basel Geschichte zum Anfassen und Mitmachen

Antike Römerstadt ist ein Publikumsmagnet. Foto: zVg Foto: Die Oberbadische

Von Gerd Lustig

Regio. Augusta Raurica ist weiterhin ein Erfolgsmodell. Die lebendige Präsentation von Geschichte, das Angebot langjähriger Highlights wie beispielsweise das Römerfest, sowie immer wieder Innovatives und die Präsentation neuer Forschungsergebnisse sorgen rund um die antike Römerstadt in Kaiseraugst im Kanton Baselland für eine stets wachsende Beliebtheit. So stieg die Besucherzahl im vergangenen Jahr um rund 13 Prozent auf knapp 160 000 an.

„Es war in der Tat ein erfolgreiches Jahr“, bilanzierte daher auch Dani Suter, seit vier Jahren Leiter der Römerstadt. Er sieht ein gutes Fundament für eine langfristige Entwicklung unter den drei Grundpfeilern „Erleben – Erforschen – Erhalten“ geschaffen. Gleichwohl gelte es, sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen, sondern mit stets neuen Angeboten dafür zu sorgen, dass ein Jeder seinen eigenen Zugang zu jener einst so blühenden Römerstadt und ihrem Leben zu bekommen.

Dabei ficht ihn auch der seit einigen Jahren bestehende Sparzwang des Kantons nicht an. Immerhin sind in diesem Jahr zehn Prozent vom bisherigen Budget und rund 120 000 Franken gekürzt worden. „Es zwingt uns dazu, Prioritäten zu setzen.“ Doch sieht er dies fürs laufende Jahr allemal gut gelungen.

Unter dem Stichwort „Brennpunkt Archäologie“ werden vor allem neue, spannende Resultate aus der Forschung präsentiert. Im Dezember gibt es in der Uni-Bibliothek Basel eine Sonderschau zum Augusta Raurica-Theater. Neue Workshops zu Salben und Öle in der Antike, göttliche Düfte und Räuchermischungen sowie die exotische Koch- und Backkunst in der römischen Küche sollen ebenso Lust machen wie eine doppelbändige Publikation zum Thema „Glas“.

Höhepunkt für Kinder und die gesamte Familie wird aber die Maus Livia sein. Im mittlerweile sechsten Text- und Bildband präsentiert der kleine, freche Nager die Römerstadt aus seiner Sicht auf äußerst unterhaltsame Weise.

„Der Leuchtturm ist fest verankert und garantiert Strahlkraft“, bekannte auch Regierungsrat Urs Wüthrich-Pelloli, der nach elf Jahren scheidende Vorsteher der Bil-dungs-, Kultur- und Sportdirektion des Baselbiets. Es sei ihm während seiner Amtszeit stets ein großes Anliegen gewesen, eine gute Ausgangslage für die Entwicklung von Augusta Raurica als kulturelles und touristisches Aushängeschild zu schaffen. Mit einem im Jahr 2009 kreierten Zehn-Punkte-Programm, von dem inzwischen Einiges realisiert wurde, sei der strategische Weg hin zum künftigen Weltkulturerbe geebnet worden. Auch mit dem Bespielungs- und Theaterkonzept für einige historische Stätten innerhalb von Augusta Raurica punktet die Römerstadt. „Und auch in Zukunft sehe ich hier eine gute Basis für eine weitere erfolgreiche Entwicklung als gegeben“, so Wüthrich-Pelloli.

Auf Vielfalt mit unterschiedlichen Formaten und Auditorien: Darauf zielt das Bespielungskonzept von Augusta Raurica ab. Neben der bewährten Partnerschaft mit dem „Stimmen-Festival“, das in diesem Jahr zwei großartige Konzerte mit Sinéad Connor und Mick Flannery beschert, produziert erstmals das Kammerorchester Basel einen szenischen Konzertabend unter dem Titel „Königin liebt Esel“ – ein Sommernachtstraum mit Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Henry Purcelli.

Zu einer „Notte della Taranta“ laden 30 Tänzer und Musiker aus Italien vom 4. bis 6. September ein. Ab Anfang August sind zudem zwölf Aufführungen von „Der trojanische Krieg findet nicht statt“ durch die Theatergruppe „Rattenfänger“ geplant.

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