Basel (sda). Der St. Alban-Graben beim Basler Kunstmuseum kann saniert und umgestaltet werden. Der Große Rat hat gestern dafür gut 13 Millionen Franken bewilligt. Zu reden gab im Parlament die künftige Verkehrsführung vor dem Museum, insbesondere für Radfahrer.

Kernpunkt der Umgestaltung zwischen den Knoten Kunstmuseum und Bankverein ist ein Kreisel vor dem Museumserweiterungsbau. Auslöser für das Projekt ist vor allem das geplante unterirdische Parkhaus Kunstmuseum – dessen Baubewilligung liegt seit Oktober 2016 vor. Zudem muss die Tramhaltestelle behindertengerecht gestaltet werden.

Die vorberatende Umwelt-, Verkehrs- und Umweltkommission (UVEK) hatte die Regierungsvorlage modifiziert, was die Fahrrad-Führung betrifft, und dazu die Projektsumme um 130 000 Franken auf 13,19 Millionen aufgestockt. Konkret will die UVEK in Fahrtrichtung Wettsteinbrücke statt einer Kap­haltestelle eine Velolichtinsel.

Bei einer Kaphaltestelle wartet der ganze Verkehr auf Straßenniveau hinter dem Tram. Bei einer Velolichtinsel führt eine Rampe die Fahrräder auf Bürgersteighöhe, wo sie eine Ampel bei einfahrenden Trams stoppt. Zu Beginn der Debatte stellte sich auch Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels namens der Regierung hinter den UVEK-Antrag.

Im Plenum beantragte jedoch das Grüne Bündnis die Rückweisung der „halbbatzigen Vorlage“, die alte Verkehrsachsen zementiere und Fahrrädern und Trams Nachteile bringe. Die Bevölkerung warte auf versprochene Verbesserungen der Lebensqualität; vor dem Kunstmuseum böte sich eine verkehrsbefreite echte „Flaniermeile“ an.

Die LDP kritisierte die Velo-Lichtinsel als „sauteure Variante“, die nur im Kompromiss ausnahmsweise akzeptierbar sei. Die FDP bezifferte den Mehrpreis dafür auf nur ein Prozent der Investitionssumme. Am Ende wurde die Rückweisung mit 75 gegen 16 Stimmen abgelehnt und die Vorlage mit 82 gegen vier Stimmen bei zehn Enthaltungen gutgeheißen.

Die Straße soll angegangen werden, wenn das Parkhaus darunter tatsächlich kommt. Die Ein- und Ausfahrt zu jenem erfolgt über Zufahrten bestehender Parkhäuser: Die Einfahrt ist im Luftgässlein vorgesehen, die Ausfahrt im St. Alban-Graben. In einem Gebäude an einer Ecke der beiden Straßen ist der Personen-Zugang geplant.

Mit dem Beschluss zum Bebauungsplan hatte das baselstädtische Parlament im Jahr 2013 die rechtlichen und planerischen Voraussetzungen für das Parkhaus an „bester Innenstadtlage“ geschaffen. Errichtet werden soll es im Baurecht. Demnächst soll ein Investor vorgestellt und der Baubeginn festgelegt werden. Das Parkhaus ist Teil eines Innenstadt-Verkehrs-Kompromisses von 2008, zu dem auch die bereits erfolgte Sperrung der Mittleren Brücke für den motorisierten Individualverkehr gehört. Für die 350 neuen unterirdischen Parkplätze müssen oberirdische aufgehoben werden.