Basel Historisches Symbol findet zurück

Die goldene Altartafel hat eine bewegte Geschichte hinter sich und bildet den Höhepunkt der Ausstellung. Foto: zVg

Basel - Eine Ausstellung des Historischen Museums Basel präsentiert ab Freitag im Kunstmuseum eindrucksvoll die Zeit des letzten ottonischen Kaisers Heinrichs II.. Anlässlich des 1000-jährigen Jubiläums der Weihe des Basler Münsters werden wertvolle Leihgaben aus Europa und den USA zu sehen sein.

Die kostbaren Leihgaben stammen aus privaten und öffentlichen Sammlungen und sollen laut dem Historischen Museum den Besuchern vor Augen führen, wie zentral Kaiser Heinrich II. und seine „goldenen Gaben“ für die Stadt Basel und die Region im heutigen Dreiländereck waren.

Eine große Auswahl von mittelalterlichen Gold­schmiedearbeiten, Bronzen, Textilien, Buchmalereien und Schnitzereien aus Elfenbein sollen die damaligen kulturellen Zentren des ottonischen Reichs wieder aufleben lassen. Archäo­logische Bodenfunde aus der Region geben der Münsterweihe dabei den historischen Zeitrahmen.

Höhepunkt der Ausstellung bildet die goldene Altartafel, die erstmals nach vielen Jahrzehnten aus Paris in die Münsterstadt zurückkehrt. „Die Altartafel war seit 1956 nicht mehr in Basel“, berichtet Andreas Mante, Leiter Kommunikation des Historischen Museums Basel, auf Anfrage unserer Zeitung. „Für sie erfolgten im Vorfeld mehrere Verhandlungsrunden mit dem Musée Cluny in Paris. Das Historische Museum steht mit dem Museum seit zwei Jahren in Kontakt. Das 1000-Jahr-Jubiläum des Basler Münsters sowie die weiteren hochkarätigen Leihgaben konnten das Museum davon überzeugen, dass die Altartafel gut in unsere Ausstellung passt. Zurzeit sind auch drei Gegenleihgaben aus dem Basler Münsterschatz in Paris.“

Ein Kunstwerk mit ereignisreicher Geschichte

Die 1,20 auf 1,77 Meter große Abbildung wurde im frühen Mittelalter an den Festtagen am Altar im Basler Münster ausgestellt. Nach dem reformatorischen Bildersturm im 16. Jahrhundert versteckten die Kirchenmänner aus Furcht vor Vandalismus die goldene Altarbekleidung zusammen mit weiteren Sakrilegien rund 300 Jahre lang in der Sakristei des Münsters. Damit geriet die Tafel bei der breiten Öffentlichkeit bald in Vergessenheit.

Im Jahre 1827 wurde der Münsterschatz ins Rathaus gebracht. Als der Kanton Basel im Jahre 1833 in Folge einer gewaltsamen Teilung in zwei Halbkantone 64 Prozent seines Besitzes an das neuentstandene Baselbiet abgeben musste, wurde der aufbewahrte Münsterschatz getrennt, und die Altartafel verlies die Stadt.

Ihr hoher Goldwert weckte bald das Interesse des finanziell in Not geratenen Landkantons. Die Altartafel wurde daher an einer Auktion im Jahre 1836 im Gasthof „Schlüssel“ in Liestal zum Verkauf angeboten und vom Basler Kunsthändler Johann Handmann erworben. Zuvor hatte es von Seiten des Stadtkantons einen Plan gegeben, die Tafel wieder zurückzuholen: Die Freiwillige Akademische Gesellschaft beauftragte den Historiker Heinrich Schreiber mitzubieten. Weil Schreiber fälschlicherweise annahm, dass Handmann die Tafel ebenfalls für Basel erwerben wollte, verzichtete er aber darauf.

Die Altartafel kam letztendlich im Jahre 1852 in das Musée national du Moyen Age (Musée Cluny) nach Paris, wo sie bis heute ausgestelltt wird. Gold & Ruhm – Geschenke für die Ewigkeit im Neubau des Kunstmuseums dauert bis 19. Januar : Von Dienstag, Donnerstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr, Mittwoch: 10 bis 20 Uhr.

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