Basel Im Zeichen der Umwelt

 Foto: Michael Werndorff

Basel - Greta Thunberg, Nachhaltigkeit, alternative Energien und der Plastikmüll im Rhein: Die Basler Cliquen, Guggen und Chaisen setzen dieses Jahr mit ihren Sujets ein Zeichen für den Umweltschutz. „Wir sehen einer grünen Fasnacht entgegen“, verkündete Bruno Kern vom Fasnachts-Comité während der Pressekonferenz gestern im Kellertheater auf dem Lohnhof.

Mindestens 70 der 464 beim Fasnachts-Comité angemeldeten Einheiten befassen sich mit der aktuellen Klimadebatte. Die Umwelt beschäftigte schon im vergangenen Jahr die Basler Fasnächtler. Nun werde die Problematik jedoch in einer großen Vielfalt ausgespielt, bemerkte Comité-Obfrau Pia Inderbitzin an.

Die Palette reiche von den verschmutzten Meeren bis zum Veganismus. Auffallend viele junge Gruppen nehmen die Umwelt zum Motto der Fasnacht, die am 2. März mit dem Morgestraich beginnt und bis Mittwoch, 4. März, mit zwei großen Umzügen, einem Gugge-Sternmarsch und -Konzerten die Stadt in einen Ausnahmezustand versetzt wird.

Auch das Jodlerfest wird von Cliquen persifliert

Oft ausgespielt – und ein gefundenes Fressen für die Basler – ist zudem das eidgenössische Jodlerfest, das im kommenden Sommer in der Stadt durchgeführt wird. Die 5G-Technologie, die Digitalisierung und die Robotik wurden von rund einem Dutzend Cliquen als Sujet ausgewählt. Zu den lokalen Themen gehören das Ende der Telefonzellen auf dem Barfüßerplatz oder ein Brand in der Rheingasse.

Skurrile Jubiläen werden mit viel Fantasie gefeiert

Seit Jahren amüsieren die seltsamsten Jubiläen die Besucher der Basler Fasnacht, die mit viel Fantasie ausgespielt werden. Zu den originellsten gehören diesmal 100 Jahre „Haribo“, das 50-jährige Bestehen der „Raketen-Glace“, 40 Jahre „Zauberwürfel“ oder 20 Jahre „Spongebob“.

Das Plakettenmotto thematisiert den E-Roller

Nüchterner zeigte sich das Fasnachts-Comité selber mit dem Plakettenmotto „Heb di fescht“. Damit wird das E-Trottinett, der Elektro-Roller, thematisiert, das für viele Menschen eine Freude oder ein Ärgernis ist.

Deutlich weniger Pfeifer und Trommler angemeldet

Die publizierte Liste der mitwirkenden Gruppen zeigt einen starken Rückgang der angemeldeten Einheiten um 26 auf 464. Damit wird das Niveau vom Jahr 2017 erreicht, als 460 Einheiten am Umzug teilnahmen. Deutlich weniger Pfeifer- und Trommlergruppen meldeten sich an.

Um ein Drittel auf zwölf gesunken ist auch die Zahl der mitwirkenden Kutschen oder „Chaisen“, wie sie in Basel genannt werden. In den vergangenen Jahren gab es eine heftige Tierschutz-Diskussion, weil einzelne Pferde auf der rutschigen Straße verunglückt sind. Für die beteiligten Zugtiere werden erneut möglichst ruhige Pausenplätze entlang der Umzugsmarschroute ausgesucht.

Elektrische Kutsche nimmt am Umzug teil

Erstmals soll am 2. März eine elektrisch angetriebene Kutsche am Cortège mitfahren. Es sei ein Pilotversuch, der nach der Fasnacht von der Polizei evaluiert werde, sagte Kern, der für die Straßenfasnacht zuständig ist.

Zudem werden wieder traditionelle Comité-Inseln betrieben. Auf dem Markt-, Clara- und Barfüßerplatz können Besucher die Fasnachtsplakaten sowie das Programmheft erwerben.

Eine Laternenausstellung findet am Dienstag auf dem Münsterplatz statt. Den Besuchern stehen dort verschiedene Verpflegungsstände zur Auswahl. Das Kasernenareal dient trotz des Umbaus am Montagabend und am Dienstag als Ausstellungsort für zahlreiche Fasnachtswagen und Requisiten.

Bei den Schnitzelbank-Gesellschaften haben sich 67 Gruppierungen angemeldet. Sie werden am Montag- und Mittwochabend in den Beizen auftreten. Die Basler Schnitzelbangg Gsellschaft feiert zudem ihr 100-jähriges Bestehen. Sie wird mit 14 Formationen an 15 Auftrittsorten zugegen sein, darunter das Café Spitz, das Hotel Basel und das Restaurant Volkshaus.

Zum Jubiläum wurde laut dem Bangg-Obmaa Daniel Flury ein Bier gebraut. Das sogenannte „Bänggler-Eel“ mit einem Mimosen- und Orangen-Aroma wurde in Zusammenarbeit mit der Brauerei Ueli-Bier entwickelt und wird nun in ausgewählten Lokalen ausgeschenkt.

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