Basel Hafenbecken 3: "Ineffizient und zu teuer"

Basel - Die Diskussion um das umstrittene Großprojekt „Gateway Basel Nord“ vor den Toren Weil am Rheins geht in die nächste Runde: Jetzt schalten sich die Berufsschiffsführer ein: Das geplante Hafenbecken 3 sei ineffizient und zu teuer.

Das Hafenprojekt bringe der Schifffahrt nur Effizienzverluste und Mehrkosten, urteilt die neu gegründete IG Schiffsführer Basel (IG SFB), ein Zusammenschluss aus rund 100 Berufsschiffern, die Basel regelmäßig anfahren. Man habe sich als Reaktion auf die Pläne der Basler Regierung zusammengetan, die das Hafenbecken 1 im Rheinhafen Kleinhüningen auflösen und ein neues bauen will. Dieses wird Teil des geplanten trimodalen Containerterminals „Gateway Basel Nord“.

Für die Schiffer sei das neue Becken verkehrstechnisch viel ungünstiger gelegenen. „Für einen effizienten Betrieb in den Basler Rheinhäfen braucht es zwingend das Hafenbecken 1“, erklärte jetzt der IG-Initiator Thomas Schweizer. Das direkt anfahrbare Hafenbecken 1 lasse sich bereits heute überaus effizient betreiben und könne mit geringen Investitionen gezielt weiter entwickelt und auf die künftigen Bedürfnisse der Berufsschiffsfahrt ausgerichtet werden.

Indes sei die geplante Umnutzung des Westquais mit der beruflichen Schifffahrt unverträglich und führe zum Dauerkonflikt zwischen Hafen und Bevölkerung, ist die IG überzeugt.

Das mit Millionen von Steuergeldern realisierte Becken 3 würde die Schiffsführer vor Herausforderungen stellen. „Es kann nur im Einbahnverkehr und mit einer engen 90-Grad-Wendung angelaufen werden“, sagt Schweizer. Das seien überaus anspruchsvolle und zeitaufwändige Manöver, zumal das Ganze auch noch rückwärts wiederholt werden müsse. „Für die Schifffahrt heißt das: Mehrkosten, da man die Ankunft nicht mehr planen kann, und weniger Effizienz. Damit verschlechtert sich die Konkurrenzfähigkeit der Schifffahrt gegenüber Straße und Schiene erheblich“, kritisiert Schweizer die Pläne der Basler Regierung.

Und was das geplante Containerterminal „Gateway Basel Nord“ angeht: Laut Schweizer entspreche das nicht dem Stand der Technik. Es mache keinen Sinn, mit Hafenkränen lange Distanzen in Längsrichtung zu fahren.

Projekt verzögert sich

Zudem könnten die 750 Meter langen Züge dereinst nur mit zwei bis drei Diesel-Rangierloks bewegt werden, auch dies mache für Schweizer keinen Sinn. Lastwagen seien gezwungen, für jeden einzelnen Container den ganzen Terminal zu umrunden.

Während die Basler Großratskommission und die Kommission für Wirtschaft und Abgaben das Millionenprojekt befürwortet und sich hinter den beantragten Kantonsbeitrag von 115 Millionen stellt, verzögert sich die Realisierung. Der Mitbewerber Swissterminal aus Frenkendorf, der den Hafen Kleinhüningen und einen Containerterminal betreibt, hatte Beschwerde eingelegt, die das Schweizer Bundesverwaltungsgericht im Oktober als zulässig deklarierte.

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