Basel Interkulturelle Hürden überwinden

Pauline Eberts, Jörg Thietke, Kathrin Amacker, Daniel Adrian, Matthias Zeller sowie Janosch Nieden (von links) diskutierten am Donnerstagabend im Hotel Euler in Basel über die trinationale Hochschulpolitik an den Hochschulen am Oberrhein. Foto: Denis Bozbag Foto: Die Oberbadische

Die zweisprachige Grenzregion am Oberrhein verfügt mit ihren 167 Forschungseinrichtungen über ein großes Potenzial. An der Jahreskonferenz des RegioTriRhena-Netzwerks wurde über zukünftige Entwicklungen der Hochschulpolitik sowie Kooperationen diskutiert.

Von Denis Bozbag

Basel. An der Informationsveranstaltung nahmen Vertreter der Hochschulen und der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in Politik, Bildung und Wirtschaft teil.

Daniel Adrian, Präsident der RegioTriRhena, führte durch das Programm, das aus zwei Impulsreferaten und einer anschließenden Podiumsdiskussion bestand.

Den ersten Vortrag über Perspektiven und Herausforderung der Hochschulpolitik hielt Janosch Nieden, Direktor der Geschäftsstelle „Eucor“, dem trinationalen Verbund zwischen den fünf Universitäten, Basel, Freiburg, Haute-Alsace, Straßburg sowie dem Karlsruher Institut für Technologie.

Der Verbund wurde im Jahr 2016 als Gebietskörperschaft gegründet. Er hat eine gemeinsame Strategie erarbeitet, um im globalen Wettbewerb Spitzenkräfte anzuziehen und Fördermittel für EU-weite Projekte einzustreichen.

So verkündete Nieden, dass Eucor für den Bereich Quantenwissenschaft 4,2 Millionen Euro an Forschungsgeldern aus Brüssel erhalten habe und damit 29 neue Doktoranden an den Einrichtungen ausgebildet werden können.

Jörg Thietke, Prorektor und Dekan der DHBW Lörrach, ging in seinem Referat derweil auf die Erfolgsfaktoren für grenzüberschreitende Studiengänge ein. Derzeit biete die im Jahr 1981 gegründete Duale Hochschule zwei trinationale Fächer an. Im Studiengang International Business Management Trinational werden sowohl betriebswirtschaftliche Inhalte als auch interkulturelle Kompetenzen vermittelt. Der Studiengang ist grenzüberschreitend konzipiert. Die Partnerhochschulen sind die Université de Haute Alsace – UHA in Colmar sowie die Fachhochschule Nordwestschweiz – FHNW in Basel.

Gemeinsam mit den Partnerhochschulen – der Fachhochschule Nordwestschweiz in Muttenz und der Université de Haute-Alsace in Mulhouse – hat die DHBW Lörrach zudem den internationalen Studiengang Mechatronik Trinational entwickelt. Zehn Studenten aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich erhalten einen Abschluss und befinden sich zwei Drittel der Zeit im Ausland.

Pauline Eberts, Studentin des Studiengangs Business Management Trinational, erklärte in der anschließenden Podiumsdiskussion, die vom SWR-Journalisten Matthias Zeller moderiert wurde, warum sie bei der Jobsuche für sich Vorteile sehe: „Wir lernen sehr schnell mit anderen Kulturen und ihren Unterschieden klarzukommen. Wir überwinden Hürden und arbeiten gemeinsam am selben Ziel. Das erfordert viel Sozial- und Sprachkompetenz.“ Genau diese fehlt laut Nieden noch bei vielen Studenten. „Einige scheuen sich daher, die Uni für ein Semester in Frankreich zu wechseln“, erklärte er. Neben Mobiliätsproblemen, wie dem Fehlen eines Semestertickets für ÖPNV in Frankreich, bevorzugten junge Menschen die englischsprachigen Länder wie USA, Kanada und Großbritannien. Die Zahl der an den Programmen der Eucor teilnehmenden Studenten könne deutlich ausgebaut werden.

Einen Schweizer Blick auf die grenzüberschreitende Kooperation im Bildungswesen gab Kathrin Amacker, Präsidentin von Regio Basiliensis. Sie befürchtet, dass die Basler Universität an Prestige verlieren könnte, sollte das Rahmenabkommen mit der EU nicht zustande kommen und die Schweiz von EU-Hochschulprojekten ausgeschlossen bleiben.

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