Basel Investieren vor Ausschütten

Der Pharmakonzern Lonza hat viel vor. Foto: Archiv

Basel (awp). Der Pharmazulieferer Lonza konkretisierte am Dienstag, wohin die Reise in Zukunft gehen soll. Am Kapitalmarkttag präsentierte das Unternehmen den Anlegern nicht nur seine neue Struktur, sondern auch die bis 2024 geltenden Ziele. Dabei wollen die Basler ihre Mittel lieber investieren, als sie auszuschütten.

Mit dem Verkauf der Chemiesparte LSI Mitte des Jahres wurde aus der Lonza ein grundlegend neues Unternehmen. Das verbleibende Segment Pharma Biotech & Nutrition (LPBN) wurde in vier neue Divisionen aufgeteilt: „Biologics“, Kapseln und Inhaltsstoffe für die Gesundheit, kleine Moleküle sowie Zell- und Gentherapie und Biowissenschaften.

Am Kapitalmarkttag gab es nun für alle Segmente eine konkrete Vorgabe. Die angestrebten Kern-EBITDA-Margen (bis 2024) reichen von rund 15 Prozent bei den Zell- und Gentherapien bis auf mehr als 35 Prozent bei „Biologics“. Diese größte Sparte des „neuen“ Konzerns beinhaltet die biotechnologische Auftragsfertigung, wo Lonza Weltmarktführer ist.

Für den Gesamtkonzern peilt der Pharmazulieferer derweil ein Umsatzwachstum im niedrigen Zehnerbereich in Lokalwährungen an sowie eine Betriebsgewinnmarge zwischen 33 und 35 Prozent, wie er weiter mitteilte. Diese Ziele ähneln sehr den bisherigen bis 2023, die nun also quasi um ein Jahr verlängert werden.

Ziele kaum verändert

Verändert hat sich aber die Wortwahl. Hieß es zuvor, man wolle bis 2023 beim Umsatz immerhin „zweistellig“ wachsen, so will Lonza nun bis 2024 „niedrig zweistellig“ zulegen. Für gewisse Analysen – etwa diejenigen der Zürcher Kantonalbank – ist das aber eine de facto unveränderte Vorgabe.

Doch lag das Hauptinteresse der Anleger zum Kapitalmarkttag vielleicht gar nicht bei den Zielen, sondern bei der Frage, was mit dem Geld aus dem LSI-Verkauf geschehen soll. Und hier ist nun klar: Es soll primär investiert werden.

Das Unternehmen geht nämlich davon aus, dass die Investitionsausgaben (CAPEX) für das Gesamtjahr 2021 etwa 25 Prozent des Umsatzes erreichen. Und in den kommenden Jahren sollen sie auf dem derzeitigen Niveau bleiben. Erst 2025 sei eine Rückkehr in den oberen Zehnerbereich geplant, heißt es.

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