Basel Jeder Vierte hat Antikörper

In Corona-Zeiten hat auch die Mediensucht zugenommen. Foto: sba

Basel (awp/sda). Im Kanton Basel-Stadt haben Mitte März 24 Prozent der Bevölkerung Antikörper gegen das Coronavirus aufgewiesen, im Kanton Basel-Landschaft waren es 19 Prozent. Insbesondere bei den über 75-Jährigen ist die sogenannte Seroprävalenz, also der Nachweis von Antikörpern, dank der Impfungen stark gestiegen.

Alle Altersgruppen dabei

Das sind die Ergebnisse der Studie COVCO-Basel, die im Rahmen des schweizweiten Forschungsprogramms „Corona Immunitas“ durchgeführt wird. Demnach wiesen Mitte Januar erst acht Prozent der Personen über 75 Jahren Antikörper gegen das Coronavirus auf, zwei Monate später lag dieser Wert bei 81 Prozent (Basel-Stadt: 86 Prozent, Basel-Landschaft: 76 Prozent).

Das teilte das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) jetzt mit. Über alle Altersgruppen hinweg sei die Seroprävalenz seit vergangenem Oktober von sechs Prozent auf 21 Prozent gestiegen, heißt es. Hinweise auf erneute oder anhaltende Infektionen habe es während des Studienzeitraums kaum gegeben, hieß es in der Mitteilung weiter. Nur vier von 340 Personen mit einem positiven Test wiesen demnach mehr als zwei Monate später erneut oder immer noch einen positiven Rachenabstrich auf.

Depressionen nehmen zu

Eingebettet in die Seroprävalenz-Studie untersuchte COVCO-Basel unter Leitung von Nicole Probst-Hensch ebenfalls, wie sich die physische und psychische Gesundheit, das Wohlbefinden, der Lebensstil, das Arbeitsumfeld und die familiäre Situation der regionalen Bevölkerung durch die Coronakrise veränderten.

Demnach stellten die Forscher mehr schwere und extrem schwere Symptome einer Depression im Januar 2021 fest im Vergleich zum Juli 2020. Besonders die 18- bis 49-Jährigen mit niedrigen Einkommen sind betroffen: Hier nahm die Häufigkeit von Depressionssymptomen von zwei auf acht Prozent zu. Zudem berichteten rund zehn Prozent davon, dass sie Probleme hatten, überhaupt eine Behandlung bei einem Psychologen zu erhalten. Rund zehn Prozent der Befragten erhielten die Behandlung laut der Studie virtuell.

Mehr Suchtprobleme

Außerdem veränderte sich der Lebensstil der Studienteilnehmer im Zuge der Pandemie: Sie saßen länger, bewegten sich weniger und ernährten sich ungesünder. Zudem berichteten die 18- bis 49-Jährigen zunehmend über Suchtprobleme im Zusammenhang mit Essen und Medienkonsum. Bei den 50- bis 64-Jährigen nahmen die Suchtprobleme in Bezug auf Alkohol von fünf auf zehn Prozent zu.

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